Leben im Weltall ?

Heute ist dem Durchschnittsbürger bekannt, dass unsere Galaxie, die Milchstraße, zum einen sehr viele Sterne enthält, zum anderen nur eine unter vielen ist. Konkreter gesagt, besteht die Milchstraße aus einigen 100 Milliarden (100- 300) Sternen, und es gibt im Universum viele Milliarden Galaxien.

Weniger bekannt dürfte sein, dass man dies erst seit den 1920er Jahren zu entdecken begann; damals fand der Astronom Hubble erstmals andere Galaxien außerhalb der Milchstraße, deren bekannte Zahl und Sternenreichtum rasch anstieg. Dies ließ es unmittelbar evident erscheinen,  dass die Erde unter einer solchen Anzahl von Sternen, von denen viele umlaufende Planeten besitzen (bis August 2008 hat man sogar bereits durch indirekte Methoden etwa 300 von ihnen gefunden), auf dem Hintergrund der Evolutionstheorie, nach der Leben überall dort von selbst entsteht und sich höherentwickelt, nur einer von vielen bewohnten Planeten ist. Teilweise schätzte man die Zahl der nur in unserer Milchstraße zugleich mit uns existierenden Zivilisationen intelligenter Außerirdischer auf 1000- 10 000.

Wenn der damalige Kardinaldekan Joseph Kardinal Ratzinger in seiner letzten Predigt vor seiner Wahl zum Nachfolger Petri auf der Beerdigung von Papst Johannes Paul II. vor einem Millionen (Fernseh-)Publikum den Relativismus als eines der Grundübel unserer Zeit nannte, so ist es nicht schwer, in den genannten Spekulationen (man hat trotz intensiver Forschungsanstrengungen etwa des SETI- Programmes der NASA (Search for extra-terrestriel intelligence) bisher keine Spur von Außerirdischen gefunden) und dem daraus seit den 60er Jahren erwachsenen Science- Fiction- Boom (wer kennt nicht Star Trek mit dem Raumschiff Enterprise oder die 2-fach Trilogie “Krieg der Sterne” ?), eine wesentliche Ursache dafür zu finden.

Gibt es aber wirklich diese Lebensfülle im Universum, die uns Menschen zu einem “Zigeuner am Rande des Universums” (Nobelpreisträger für Chemie Jacques Monod) degradiert ?

Dazu zwei Zitate aus dem schon 2001 im renommierten Wissenschaftsverlag Springer erschienenen Buch “Unsere einsame Erde”, das eine ganz andere Sicht hat, aufgrund Forschungsergebnisse seit den 1990er Jahren (und die sich seitdem noch gefestigt haben; so sind der größte Teil der überhaupt erst seit der Jahrtausendwende entdeckten extrasolaren Planeten lebensfeindliche Gasriesen wie der Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun in unserem heimatlichen Sonnensystem)

Aus dem Vorwort des Übersetzers Prof. Dr. Eckard Helmers: „Sie (die Erde, SG T&B) spielt, wie uns Ward und Brownlee (die Autoren des Buches, SG T&B) erläutern, bei der Entwicklung der Vielzeller, des komplexen Lebens auf der Erde, eine besonders wichtige Rolle. Die Entstehungsgeschichte dieses Lebens und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen machen die Erde, wie es scheint, zu einem einzigartigen Ort im Weltall. Die lange Reihe besonderer Begleitumstände, die notwendig waren, um diesen außergewöhnlichen Lebensraum zu schaffen, wird in diesem Buch beschrieben.

Mit ihrer Einzigartigkeit steht die Erde nach allem, was wir wissen, einsam da. Das passt nicht so recht in unser bisheriges Weltbild. Zu leicht schließen wir von uns auf andere (Welten). Zu gern lassen wir uns von Sciencefiction unterhalten. Zu sehr nimmt es uns aber auch in die Verantwortung: Nicht nur auf der Erde sind viele Species einmalig, sondern die Erde selbst stellt wahrscheinlich einen Sonderfall dar; so die „Hypothese der Einsamen Erde“. (...) Jenseits aller wissenschaftlichen Erklärungen für die vielen „Zufälle“, die sich um die Erde herum und auf ihr (...) ereignet haben, und die letztlich zu höherem Leben und zu uns Menschen geführt haben, bleibt uns aber noch etwas anderes: schlicht zu staunen“.

Aus dem letzten Kapitel des Buches (S. 325 f): „Lassen Sie uns zusammenfassen, warum wir die Erde für so einzigartig halten. Unser Planet entstand aus einem Haufen Schutt als Resultat früher kosmischer Ereignisse und im Hinblick auf eine spätere Evolution höheren Lebens an einem außerordentlich günstigen Ort innerhalb seiner Galaxis. Er entstand im Umlauf um einen ebenso geeigneten Stern mit einem hohen Anteil an Metallen, einen Stern in einer sicheren Region innerhalb einer Spiralgalaxis, einen Stern, der sich sehr langsam auf seinem galaktischen Windrad dreht. Nicht im Zentrum der Galaxis, nicht in einer metallarmen Galaxis, nicht in einem Kugelsternhaufen, nicht nahe an einer aktiven Quelle von Gammastrahlen, nicht in einem Mehrfachsternensystem, nicht einmal in einem Doppelsternsystem oder nahe einem Pulsar, nicht zu nahe an zu kleinen Sternen, zu großen, oder solchen, die sich in absehbarer Zeit zu Supernovae entwickeln. Wir erhielten einen Planeten, auf dem die globale Temperatur für mehr als 4 Milliarden Jahre das Wasser flüssig hielt. Um das zu gewährleisten, musste unser Planet eine nahezu kreisförmige Umlaufbahn um einen Stern einnehmen, der über einen langen Zeitraum einen nahezu konstanten Energiebetrag abstrahlt. Unser Planet wurde mit einem Wasservolumen ausgestattet, das den größten Teil, jedoch nicht die gesamte Oberfläche bedeckt. Asteroiden und Kometen trafen unseren Planeten, richteten jedoch nicht zu großen Schaden an, dank der Anwesenheit eines großen, weit von uns entfernten Gasplaneten (Jupiter). Seit der Entwicklung der Tiere vor 600 Mio. Jahren wurde das Leben auf dem Planeten nicht ausgelöscht, obwohl es durchaus möglich war, dass ein katastrophales Ereignis alles vernichtete. Die Erde erhielt die richtige Mischung an Elementen und chemischen Verbindungen und hatte das richtige Quantum an innerer Wärme, sodass die Plattentektonik (Bewegung der Kontinentalplatten, SG T&B.) auf dem Planeten ablaufen konnte, die die Kontinente formte und die Temperaturen innerhalb von Milliarden von Jahren konstant hielt. Sogar als die Sonne heller wurde und sich die Zusammensetzung der Atmosphäre änderte, schaffte es dieser bemerkenswerte Thermostat der Erde, die Temperatur innerhalb der für das Leben nötigen Grenzen zu halten. Einzigartig unter den terrestrischen Planeten ist der große Mond. Allein dieser große Mond, der bei Merkur, Venus und Mars (den anderen terrestrischen d.h. Gesteinsplaneten, SG T&B) fehlte, könnte bereits entscheidend für den Aufstieg und das fortdauernde  Gedeihen des höheren Lebens auf der Erde gewesen sein. Die Marginalisierung (die Betonung der Bedeutungslosigkeit) der Erde und ihre Rolle im Universum sollten überdacht werden“.

Wohlgemerkt, der Springer- Verlag steht, wie schon diese Zitate andeuten, sicherlich nicht im Verdacht, evolutions- wissenschafts- und gesellschaftsfeindliche kreationistisch- fundamentalistische Propaganda zu machen und diese dann obendrein mit Lüge, Verleumdung und Gewalt durchsetzen zu wollen, wie ein Standardfeindbild bezüglich Bewegungen wie der unsererigen lautet. Diese Forschungsergebnisse sollten vielmehr den daraus folgenden Relativismus in Frage stellen, aber das ist eine Frage, die das  Selbstbild und die Weltsicht eines jeden von uns betrifft und darum keine naturwissenschaftliche Frage mehr ist - mehr eine der Neuevangelisierung mehr .
Wahrhaft tragisch ist es, dass die Vatikanische Sternwarte, die eigentlich - finanziert, nebenbei bemerkt, von Kirchensteuergeld - an der “Spitze” dieser Forschung stehen sollte, das genaue Gegenteil tut: Sie propagiert, dass intelligente Außerirdische in großer Zahl im Weltall heimisch wären und ihre Leiter versteigen sich dabei zu den absurdesten theologischen Aussagen mehr

Unten: Vorder- und Rückseite des genannten Buches.           Rechts: Das reale Weltall - der eiskalte, staubtrockene Planet Mars.

Fernsehserien wie “Raumschiff Enterprise” haben einen enormen Einfluss auf unser Weltbild.

Diese Versammlung Außerirdischer auf der Enterprise gehört ins Reich der Phantasie

 

Unser Heimatplanet, die Erde, ist reich ausgestattet mit Leben. Wir können die unterschiedlichen Lebensformen in zwei Gruppen einteilen: Mikrobielles und komplexes Leben. Mikrobielles Leben meint mikroskopisch kleine Lebewesen, wie sie gemeinhin unter dem Begriff „Bakterien“ bekannt sind und von denen ungefähr 5% aller Arten beim Menschen Krankheiten hervorrufen können. Komplexes Leben meint, was man sich gemeinhin unter Pflanzen und Tieren vorstellt sowie den Menschen. Das besagte Buch legt dar, weshalb komplexes, nicht mikrobielles Leben im Universum außerhalb der Erde nicht zu erwarten ist (das Wort “unwahrscheinlich” im Titel untertreibt die präsentierten Argumente). Die Erde ist mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der einzige Ort im Weltall, auf dem komplexes Leben existieren kann. Ursache dafür ist, dass komplexes Leben unvergleichlich höhere Ansprüche an seine Umwelt stellt und entsprechend vielfach empfindlicher auf deren Veränderung reagiert als mikrobielles Leben. Die zum Mond zurückkehrenden Astronauten des Apolloprogramms fanden auf den einige Monate bis Jahre vor ihnen gelandeten Weltraumfahrzeugen noch lebensfähige Mikroorganismen. Es gibt keine Pflanze und kein Tier, das die fehlende Atmosphäre und den Wechsel von glühender Hitze und eisiger Kälte (von –160°C bis +130°C), um nur die wichtigsten lebensfeindlichen Umweltbedingungen des Mondes zu nennen, auch nur länger als eine Sekunde aushielte – der  Mensch schon gar nicht.

Mehr finden Sie auf der evolutionskritschen Homepage eines unserer Mitarbeiter
http://www.luschulte.de/artikel/naturko nstanten.html (auf einer privaten Homepage. Die Studiengemeinschaft Theologie und Biologie identifiziert sich nicht mit dem Inhalt jener Homepage)

Die Astrobiologie oder die Erforschung von Leben im Weltall ... Nachfolgende 3 Artikel zeigen, wie man innerhalb eines Jahrzehntes von 1996 bis 2006 immer bescheidener wurde, wenn es darum ging, innerhalb unseres Sonnensystems Spuren von Leben, genauer gesagt: mikrobioellen Leben, durch direkte oder indirekte Hinweise gefunden zu haben meinte Dieser Trend hält bis heute an.:

Wolfgang B. Lindemann, Wasser dem Mars ?, Studium Integrale Journal 14 (2007), p.92- 94 hier

Wolfgang B. Lindemann, Methanproduzierende Bakterien auf dem Mars ?, Studium Integrale Journal 12 (2005), p. 70- 72 hier

Wolfgang B. Lindemann, Hinweise auf Lebensspuren im Mars-Meteoriten ALH84001 nahezu widerlegt, Studium Integrale Journal 6 (1999), p. 31-33 hier