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Die Südpolregion des Mars enthält mit 1,6 * 106 km3 genug Wasser, um den gesamten Planeten mit einer 11 m dicken Schicht zu bedecken. Für Theorien zur evolutionären Entstehung des Lebens ist Wasser von zentraler Bedeutung: „Leben, wie wir es kennen, ist ohne Anwesenheit von Wasser nicht denkbar. […] Daher wurde z.B. über die Anzeichen von flüssigem Wasser auf dem Jupitermond Europa so enthusiastisch berichtet und über mögliches Leben spekuliert. Wesley Huntress, NASA-Chef für Weltraumwissenschaften, brachte diese Haltung damals wie folgt auf den Punkt: „Wo es Wasser in flüssiger Form und chemische Energie gibt, dort gibt es auch Leben – es gibt keine Ausnahme“. Also: Wasser + Energie = Leben? Flugs wird aus einer notwendigen Voraussetzung eine hinreichende.“ (Pailer 1999, p. 52).
Von evolutionistischer Seite wurden bis heute keine plausiblen Modelle vorgelegt, wie Leben von selbst entstehen könnte (Junker & Scherer 2007, Binder 2007). Die Anwesenheit von Wasser und Energie ändern diesen Tatbestand nicht. Hinzukommt, daß Leben auf der Erde zwar selbst unter und vielleicht auch in der kilometerdicken Eisdecke antarktischer Seen bekannt ist, diese Orte sind jedoch im Vergleich zu den Bedingungen auf dem Mars noch geradezu paradiesisch. Außerdem ist das dort existierende Leben in nichts „primitiver“ als anderswo auf der Erde (Binder 2000). Interessanterweise scheinen auch die Pressemeldungen der letzten Jahre immer bescheidener zu werden: Wollte man vor einem Jahrzehnt noch in einem Marsmeteoriten Bakterienfossilien gefunden haben, was sich nachträglich nicht bestätigte (Lindemann 1999 hier ), so wurde vor 3 Jahren bakterielles Leben als Quelle für Methanspuren in der Marsathmosphäre nur noch als eine unter mehreren Möglichkeiten angesehen (Lindemann 2005 hier). Und bei dieser jüngsten Entdeckung durch MARSIS geschieht nun auch keine publizistische Vermarktung von Wasser als „Beweis für Leben“. Daran ändert selbst die von Plaut et al (2007) und Picardi et al (2005) als gering eingeschätzte Wahrscheinlichkeit von flüssigem Wasser in der Tiefe der Ablagerungen nichts mehr.
Literatur:
Binder H (2000) Mikroben unter dicker Eisschicht – Modell für extraterrestrisches Leben?, Stud. Int. J. 7, 39-40.
Binder H (2000) Entstehung des Lebens – Alternative Modelle in Frage gestellt, Stud. Int. J. 14 (2007), 43-44.
Junker R & Scherer S (2006) Evolution ein kritisches Lehrbuch. Weyel.
Lindemann WB (1999) Hinweise auf Lebensspuren im Mars-Meteoriten ALH84001 nahezu widerlegt, Stud. Int. J. 6,31-33.
Lindemann WB (2005) Methanproduzierende Bakterien auf dem Mars ?, Stud. Int. J. 12, 70- 72.
Malin MC, Edgett KS, Posiolova LV, McColley SM und Dobrea EZN (2006) Present-Day Impact Cratering Rate and Contemporary Gully Activity on Mars, Science 314, 1573-1577.
Nimmo F et al (2007), Shear heating as the origin of the plumes and the heat flux on Enceladus, Nature 447, 289- 291 (17. 5. 2007)
Pailer N (1999) Neue Horizonte der Planetenerkundung. Unerwartete Ergebnisse durch Weltraumsonden. 4. erhebl. erw. Auflage, Neuhausen-Stuttgart Hänssler.
Pailer N & Krabbe A (2006) Der vermessene Kosmos. Ursprungsfragen kritisch betrachtet. Neuhausen-Stuttgart Hänssler.
Picardi G et al (2005) Radar soundings of the subsurface of Mars, Science 310, 1925-1928.
Plaut JJ et al (2007) Subsurface Radar sounding of the South Polar layered deposits of Mars, Science 316, 92-95
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