Die Lehre der Kirchenväter:

Schöpfung in nicht länger als sechs gewöhnlichen Tagen

Man hört sehr oft in entsprechenden Diskussionen das Argument, bereits die frühe Kirche mit Augustinus an der Spitze habe die Frage nach dem “Wie?” und “Wann?” der Schöpfung beiseite zurückgestellt gegenüber dem, “dass” Gott sie geschaffen habe. Häufig wird behauptet, die Kirchenväter hätten gar nicht an der historischen Wahrheit der Bibel festgehalten, sondern nur an deren bildhaften und sittlichen Wahrheit.

Wir möchten auf dieser Seite einige Zitate bringen, die zeigen sollen, daß diese Auffassung nicht zu halten ist. In der intellektuellen Elite des griechisch-römischen Kulturkreises waren Vorstellungen eines alten oder ewigen Universums weit verbreitet. Die christliche Verkündigung, wie sie in den Worten der Kirchenväter zum Ausdruck kommt, distanzierte sich davon und stellte dem, gründend auf der biblischen Offenbarung, den Glauben an eine kurze Weltgeschichte und eine Schöpfung in kurzer Zeit gegenüber. Dies verdeutlicht, dass das Spannungsfeld zwischen der überlieferten Ansicht der Kirche und heutigen kosmologischen Theorien nicht durch unrichtige “Beschönigungen” verkleinert werden kann.

Und damit ist vielleicht auch ein Anreiz geliefert, die geläufigen Theorien über den Ursprung des Kosmos (“Urknall?”, “pulsierendes Universum?” etc.) einmal näher “abzuklopfen”. Es gibt in der Tat derzeit kein tragfähiges kosmologisches Modell, das sich mit den Aussagen der Kirchenväter und der Bibel über die Schöpfung vereinbaren ließe. Die Grundschwierigkeit liegt darin, dass nur solche Interpretationen der Wirklichkeit Aufnahme in den akademischen Diskurs finden, die die Unveränderlichkeit jener Größen anerkennen, die als Natur-"Konstanten" definiert werden. Diese Definition kann aber naturwissenschaftlich nirgendwo abgeleitet werden. Sie ist weltanschaulich begründet und schließt Ereignisse, bei denen die Naturgeschehnisse auf andere Weise als wir sie heute beobachten, abliefen, insbesondere einen Schöpfungsakt, per se aus.

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Die Lehre der Kirchenväter, Kirchenlehrer und der Heiligen Schrift über die Interpretation der Genesis

Heiliger Augustinus

"Falsch sind die Geschichtsangaben, die der Vergangenheit viele Jahrtausende zuteilen. ... Sie werden dabei auch irregeführt durch ganz verlogenes Schrifttum, das angeblich viele Jahrtausende von Zeitengeschichte umfasst, während sich auf Grund der Heiligen Schrift ein Zeitraum von weniger als sechs Jahrtausenden seit der Erschaffung des Menschen berechnet." (Civitate Dei, 12. Buch)

Heiliger Basilius

„Damit wir lernen, dass die Welt geschaffen wurde in dem zeitlosen Moment, den Gott wollte, heißt es: Am Anfang schuf Gott…was andere Ausleger klarer ausdrücken durch diese Worte: Gott schuf alles miteinander, das heißt, zur gleichen Zeit und in einer kurzen Zeit.“
„'Es gab einen Abend und es gab einen Morgen’? Das ist zu verstehen als Dauer von einem Tag und einer Nacht.“
„'Und es gab einen Abend und es gab einen Morgen: einen Tag.’ Warum sagte der Schreiber nicht: ‚der 1. Tag’, sondern ‚einen Tag’? Er wollte die Länge von einem Tag und einer Nacht festlegen, damit das Nacht-Tag-Zeitmaß zusammen passte (und zwar sind 24 Stunden die Dauer eines Tages, die Nacht eingeschlossen), damit sogar, wenn Tag oder Nacht bei verschiedenen Jahreszeiten länger oder kürzer sind, der Zeitabschnitt immer der gleiche ist, nämlich ein Tag. Es ist so, als hätte Moses gesagt: ‚24 Stunden sind die Länge von einem Tag’“.(Predigtreihe zu den Schöpfungstagen, dem Hexameron)

Heiliger Gregor von Nyssa

"Lasst mich, bevor ich beginne, bezeugen, dass es nichts Widersprüchliches gibt, in dem, was der heilige Basilius über die Erschaffung der Welt geschrieben hat, denn es ist keine weitere Erklärung nötig."  (Hexaemeron, PG 44: 68)

 

 

 

Heiliger Eustathius

Über die Auslegungen des Heiligen Basilius zur Genesis: „ein insgesamt großartiger Kommentar“ (PG 18, 705-707).

 

 

 

Heiliger Ephräm, dem Syrer

"'Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde,' das heißt, die Substanz der Himmel und die Substanz der Erde. Lasst deshalb niemanden denken, dass es irgend etwas Allegorisches in den Werken der sechs Tage gibt. Niemand kann zurecht sagen, dass die Dinge, die zu diesen Tagen gehören, symbolisch wären. (Kommentar zur Genesis, 1:1, FC 91:79)

 

 

 

Heiliger Irenäus

"Denn in so vielen Tagen, wie diese Welt gemacht wurde, in so vielen tausend Jahren soll sie beendet werden... Denn der Tag des Herrn ist wie tausend Jahre; und in sechs Tagen wurden die geschaffenen Dinge vollendet: es ist deshalb klar, dass sie im sechstausendsten Jahr zu einem Ende kommen werden" (Gegen Häresien 5, 28, 3).

 

 

 

Heiliger Lactantius

"Gott vollendete die Welt und dieses bewundernswerte Werk der Natur im Zeitraum von sechs Tagen, wie es in den Geheimnissen der Heiligen Schrift enthalten ist, und heiligte den siebten Tag (...). Denn es gibt sieben Tage, durch deren Umlauf die Kreise der Jahre geordnet aufgebaut sind... Deshalb, da alle Werke Gottes in sechs Tagen vollendet wurden, muss die Welt in ihrem gegenwärtigen Zustand durch sechs Zeitalter hindurch fortdauern, das heißt, sechstausend Jahre (...) Denn der große Tag Gottes ist begrenzt durch einen Kreis von tausend Jahren, wie der Prophet zeigt, der sagt, "In Deinen Augen, o Herr, sind tausend Jahre wie ein Tag." (Institutes 7, 14).

 

 

Heiliger Clemens von Alexandria

"Von Adam bis zur Sintflut sind zweitausend einhundert und achtundvierzig Jahre und 4 Tage umfasst" (ANF, Vol. 2, p. 332).

Das bedeutet, dass für den Heiligen Clemens der erste Tag dieser Aufzählung mit dem sechsten Schöpfungstag begann, der zweite Tag mit dem siebten usw, das heißt, dass ein Schöpfungstag ein 24-Stunden-Tag war.

 

Heiliger Bonaventura

„ ... wir müssen insbesondere festhalten, dass die physikalische Natur in sechs Tagen ins Dasein gebracht wurde.“ (Breviloquium - Teil II)

 

Heiliger Thomas von Aquin

„Im Anfang der Zeit ist alles von Gott geschaffen worden; 'im Anfang' heißt auch: 'Im Sohn'; 'im Anfang heißt auch: 'Vor allem'.“ (Summa Theologiae Teil I, Q. 47, Art. 3)

„Verwendet die Schrift angemessene Worte, um das Werk der sechs Tage auszudrücken? (...)

Einwand 7: Ferner bezieht sich 'erster', nicht 'ein', auf 'zweiter' und 'dritter'. Es hätte deshalb heißen sollen: 'Der Abend und der Morgen waren der erste Tag.' anstelle von 'ein Tag' (...)

Anwort auf Einwand 7: Die Worte 'ein Tag' werden verwendet als Tag zum ersten Mal eingeführt wird, um anzuzeigen, dass ein Tag aus 24 Stunden besteht. Deshalb ist durch die Erwähnung von „ein“ das Maß eines natürlichen Tages festgelegt. Ein anderer Grund könnte darin liegen, dass ausgedrückt werden soll, dass ein Tag durch die Rückkehr der Sonne zu dem Punkt, von dem aus sie ihren Lauf begann, beschlossen wird. Und noch ein anderer, weil bei der Vollendung einer Woche von sieben Tagen der erste Tag zurückkehrt, der eins ist mit dem achten Tag.“ (Summa Theologiae, Teil I, Q. 74, Art. 3)

Jesus Christus, der Herr

„Am Anfang der Schöpfung hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen.“ (Mar 10, 16)

Das heißt, er hat den Menschen nicht 15 Milliarden Jahre nach dem Anfang der Schöpfung erschaffen, sondern zu Beginn.