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Intelligent Design
Was ´´ „Intelligent Design“ ist, lesen Sie am besten hier nach (am Anfang des verlinkten Artikels). Auf dieser Seite soll auf Argumente der Form “Intelligent Design ist das Ende der Forschung” eingegangen werden, die oft gegen dieses Konzept vorgetragen werden – und leider oft in überzogener, das Anliegen des Intelligent Design-Konzeptes gar nicht treffender Weise: So widmete die führende britische Fachzeitschrift „Nature“ schon in der Ausgabe vom 29. 4. 2005 Titelseite und den redaktionellen Teil der „Intelligent-Design-Bewegung“:
Nature behauptete, diese neue Bewegung wolle „mit wissenschaftlichen Methoden Beweise für Gott finden.“ Richtiger wäre, zu sagen, dass die Intelligent-Design-Bewegung Hinweise für Planung in Bau und Eigenschaften der Lebewesen finden will, die dann indirekt den Schluss auf die Existenz eines intelligenten Planers erlauben: In den Strukturen des Lebens (und auch der Welt) kann man Eigenschaften (Signale) erkennen, die auf das Wirken eines intelligenten willensbegabten Urhebers hinweisen und andere Möglichkeiten des Ursprungs ausschließen oder zumindest unglaubhaft erscheinen lassen. Nature überdehnt also den Ansatz von Intelligent Design (und macht ihn damit von vornherein unglaubwürdig; auch Christen behaupten nicht, Gottes Existenz ließe sich so beweisen wie das Ergebnis eines Laborversuches oder einer mathematischen Herleitung).
Die Begründung von Intelligent Design ist dementsprechend ein Analogieschluss: Beim Vergleich biologischer mit technischen Systemen drängt sich der Gedanke auf „hier hat jemand konstruiert!“. Solche Analogieschlüsse, basierend auf Indizienbeweisen, sind übrigens in allen historischen Wissenschaften –zu denen die evolutionäre Deutung der Vergangenheit des Lebens und des Fossilbefundes auch gehören- Standardmethode.
Im einzelnen gibt es 3 Möglichkeiten, zu folgern, dass ein Schöpfer am Werke war:
- Natürliche Ursachen können ausgeschlossen werden. Ein „Negatives Argument“, das letztlich auf Nichtwissen über die Lebewesen beruht. Ein Problem besteht darin, ein entsprechend umfassendes Wissen über die Lebewesen zu haben.
- Belege für die Existenz eines „Designers“ im Sinne von Konstrukteur: z.B. irreduzible Komplexität, Ein „positives Argument“, das auf Wissen über die Lebewesen beruht und einen Analogieschluss wie oben dargestellt erlaubt.
- Das Design kann im Labor nachgestellt werden, z.B. die Herstellung von für das Leben nötigen Makromolekülen oder –vielleicht eines Tages- künstlichen Lebewesen im Labor etwa im Rahmen von “Ursuppen”-Experimenten.
Normalerweise schließt man auf das Vorhandensein eines Konstrukteurs vom Vorliegen einer offenbar sinnvoll geplanten Struktur. Wenn wir einen Tintenklecks oder eine Strichzeichnung sehen, wissen wir sofort, was von beiden einen “Designer” hatte und ebenso bei einem Fahrrad oder einem “hochgezüchteten” Stealth- Kampfflugzeug gegenüber einem Haufen daliegenden Eisens.
Viele Evolutionsbiologen geben zu, dass Organismen so aussehen, als ob sie erschaffen wären. Hier setzt das Konzept des „Intelligent Design“ (ID) an: In den Strukturen der Lebewesen sind Eigenschaften erkennbar, die auf das Wirken eines intelligenten, planenden Urhebers (Schöpfer, „Designer“) schließen lassen. In einem Analogieschluss werden Befunde aus Technik und Kunst herangezogen, um über Lebewesen eine Aussage zu machen: Wie in Technik und Kunst bestimmte Eigenschaften eines Objektes sicher auf die Existenz seines Urhebers schließen lassen, so auch in der Biologie.
Das ID- Konzept untersucht vielmehr, ob durch empirische Forschung Hinweise auf die Existenz des Schöpfers gefunden werden können. Solche Hinweise werden dann als „Design- Signale“ bezeichnet. Dabei werden außer dessen Existenz keine weiteren Aussagen über diesen Schöpfer gemacht (auch wenn viele ID- Befürworter Christen sind, ist diese Vorgehensweise etwa für Moslems genauso akzeptabel). Wichtig ist weiterhin, dass das „Intelligent-Design“- Konzept kein Lückenbüßer für unbekanntes sein will, sondern „aktiv“ positive = inhaltsreiche Aussagen vorbringen will, aber nicht wie der (weltanschauliche) Naturalismus auch in Ursprungsfragen von vornherein nur natürliche Vorgänge als Erklärungen erlauben will.
Die bisher beschriebenen „Design- Signale“ können in derzeit 3 große Kategorien eingeteilt werden: Irreduzible Komplexität, Spielerische Komplexität und Potentielle Komplexität. Ein Lebewesen oder ein Teil eines Lebewesen ist „irreduzibel komplex“, wenn es aus mehreren miteinander zusammenhängenden und fein aufeinander abgestimmten Teilen besteht, so dass die Entfernung eines beliebigen Teil das Lebewesen bzw. die Funktion des betrachteten Teils restlos zerstört. Irreduzibel komplexe Strukturen können damit definitionsgemäß nicht „schrittweise“ entstehen und sind zugleich so kompliziert, dass sie nachdem was man über zufällige Mutationen im Erbgut weiß auch nicht in einem Schritt entstehen können.
Beispiele für alle 3 Kategorien lesen Sie am besten in dem eingangs schon genannten Artikel hier: Biologen bestreiten im allgemeinen nicht, dass Lebewesen wie erschaffen scheinen, lehnen aber oft die Intelligent-Design Bewegung mit einem oder mehreren der folgenden Argumente ab:
1. Einwand: „Das Design-Argument lebt vom Nichtwissen“: Man wisse noch nicht, wie eine bestimmte biologische Struktur durch Evolution entstanden ist und schließe daher auf einen Schöpfer. Antwort: Das ID- Argument beruht auf Wissen über vergleichbare Konstruktionen in Biologie und Technik und zieht daraus den Analogieschluss auf Planung in Biologie wie in der Technik. Dieser Schluss ist nicht zwingend, aber durch mehr Wissen über biologische Strukturen wird er oft besser belegt.
2. Einwand: „Wir wissen noch zu wenig über die Evolutionsfähigkeit von Lebewesen“ Antwort: Mehr wissen kann das Problem „evolutionäre Entstehung wie?“ auch verschärfen. Wissenschaft ist immer vorläufig, Daten und aus ihnen abgeleitete Theorien sind immer nur solange richtig, bis neue Daten und entsprechend geänderte Theorien vorliegen.
3. Einwand: „Lebewesen sind – anders als technische Konstrukte - Mehr-Generationen-Systeme: Sie können sich fortpflanzen und Schritt für Schritt ändern“. Antwort: Diese Änderung Schritt für Schritt –wobei nach der Evolutionstheorie jeder Zwischenschritt einen Selektionsvorteil bieten muss- funktioniert bei irreduzibel komplexen Strukturen nicht!
4. Einwand: „Das Intelligent-Design- Konzept ist nicht falsifizierbar, der Urheber nicht überprüfbar und da sich Wissenschaft nur mit falsifizierbaren Inhalten befasst, keine Wissenschaft“. Antwort: Der ID-Ansatz muss immer in den Einzelfall konkretisiert werden, damit er geprüft und gegebenenfalls falsifiziert werden kann. Falsifizierbar ist die Behauptung von der Existenz konkreter Design- Signale wie z.B. irreduzible Komplexität einer gegebenen biologischen Struktur.
5. Einwand: „Der Intelligent-Design-Ansatz bedeutet Erkenntnisverzicht (z.B. Verzicht auf Kenntnis über die evolutionäre Entstehungsweise einer biologischen Struktur) und ist damit ein ‚science stopper’“. Antwort: ID kann erst nach eingehender Untersuchung begründet werden und regt an, Design- Signale zu suchen, ist aber breiter angelegt hinsichtlich seines Ansatzes als rein naturalistisch. Beides regt Forschung an statt sie zu stoppen.
6. Einwand: „Ein Designer hat in der Wissenschaft nichts zu suchen“. Antwort: Stimmt! Aber es wird nur nach Design-Signalen gesucht, nicht nach dem Designer.
7. Einwand: „Lebewesen haben ‚Design-Fehler’, d.h. Unvollkommenheiten und Konstruktionsfehler, die der blinden Evolution, aber nicht einem intelligentem Designer unterlaufen können“. Antwort: Die Existenz von Mängeln widerlegt nicht die Existenz von Design-Signalen, da 1. Konstruktionsfehler in der Vergangenheit oft vorschnell konstatiert wurden (so galten zu Anfang des 20. Jahrhunderts fast alle endokrinen Drüsen als funktionslose Relikte aus der evolutionären Vergangenheit): ID geht grundsätzlich von einer Funktionalität jeder biologischen Struktur aus und ist damit ein Forschungsanreiz statt ein „Stopper“. 2. Hier ein verstecktes theologisches Argument mitspielt, indem vermutet wird, wie ein Schöpfer handeln sollte. Zur biblischen Erklärung von Unvollkommenheit und Fehlerhaftigkeit der Schöpfung siehe Röm 8, 19- 22.
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