Dr. Wolfgang B. Lindemann, Ist die Evolutionstheorie gleichgültig für die katholische Religion ?, Theologisches, Jahrgang 30, Nr. 5/6, p. 175-186 (Mai/ Juni 2000) Der Artikel steht hier als Download zur Verfügung (176 KB, pdf)

Ist die Evolutionstheorie gleichgültig für die katholische Religion ?

Die zuerst von Darwin1 formulierte Evolutionstheorie, nach welcher sich alle heute existierenden Lebewesen aus jeweils primitiveren Vorfahren unter dem blinden Wechselspiel von zufälliger Mutation und anschließender Selektion der bestangepaßten Mutationen entwickelt haben sollen, ist derzeit die naturwissenschaftlich allgemein anerkannte Theorie über die Entstehung des Lebens auf der Erde. Die ersten und einfachsten einzelligen Lebewesen sollen durch Assoziation unbelebter Moleküle enstanden sein, die sich durch chemische Reaktionen in den Urozeanen der Erde von selber gebildet haben sollen. In naturwissenschaftlichen Kreisen gilt die Evolutionstheorie als bewiesen, ein Großteil der Fachbiologen bezeichnet jeden Zweifel an ihr als a priori unwissenschaftlich2 , Kritiker werden seit langem mit vernichtender Härte attackiert, wie in einem Lehrbuch für Medizinstudenten: "Die kontinuierliche Evolution der pflanzlichen und tierischen Arten seit der Entstehung des Lebens ist heute wohlbewiesene Grundlage unseres Weltbildes (...) Selbst heute noch gibt es vereinzelte exotische Sonderlinge, die aus ideologischen Gründen, fernab naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, gegen die Fakten der Evolution auftreten" 3 .

Von maßgeblichen Vertretern der heutigen Kirche wird die Evolutionstheorie als "mehr als eine Hypothese" bezeichnet4, aktuelle kirchenoffizielle Leitlinie ist, daß es für die katholische Religion gleichgültig sei, ob Gott direkt oder indirekt durch eine "Evolution" als Zweitursache geschaffen habe. Diese Linie der derzeitigen Inhaber des kirchlichen Lehramtes spiegelt sich in den Stellungnahmen konservativer Katholiken wieder, welche getreu dem Prinzip "Roma locuta - causa finita" in guter Übereinstimmung mit dem Zeitgeist, der von der katholischen Kirche Schuldbekenntnisse über echte oder vermeintliche Fehler in der Behandlung der säkularen Wissenschaften5 und eine Unterordnung unter deren Theorien verlangt6, die Frage der Relevanz der Evolution für die katholische Religion pauschal verleugnen und meistens eine eingehendere Diskussion tabuisieren7.

Es soll der oben lateinisch zitierte urkatholische Grundsatz der höchsten Lehrautorität des päpstlichen Lehramtes nicht in Frage gestellt werden. Freilich ist es gerade ein Zeichen der echten Katholizität der Kirche, eine Weite in der Erörterung derjenigen theologischen Fragen zuzulassen, die nicht durch ein Dogma geklärt wurden oder in denen kein eindeutiger Lehrkonsens über 20 Jahrhunderte hindurch besteht. Es ist leicht zu zeigen, daß in der Frage der Evolutionstheorie ein solcher Lehrkonsens ebensowenig offenbar nicht besteht8 wie auch in anderen Fragen der Unterordnung der Theologie unter Erkenntnisse säkularer Wissenschaft6. In einer Periode schwerster kirchlicher Krise mit Massenabfall von Gläubigen, stärkstem Rückgang der geistlichen Berufe und massiver, ungehinderter Verbreitung von Häresien im kirchlichen Binnenraum durch kirchliche Amtsträger9 erscheint die Rückbesinnung auf den ganzen Reichtum der katholischen Tradition, verkörpert in der Bibel, im Lehramt aller Päpste, in den Schriften der Kirchenlehrer und Heiligen um so nötiger, damit unter dem Beistand des Heiligen Geistes, des Geistes der Wahrheit und der Stärke, Lösungen gefunden werden können, die sich signifikant von der genauso primitiven wie weitverbreiteten Formel "früher glaubten wir dies, heute tun wir das nicht mehr" unterscheiden.

Die geistesgeschichtliche Bedeutung der Evolutionstheorie kann kaum überschätzt werden. Die Evolutionstheorie liefert eine komplette und vollständige Erklärung für Herkunft und Ausprägung des Lebens auf unserem Heimatplaneten. Zusammen mit kosmologischen Theorien über die Entstehung des uns bekannten Universums durch einen "Urknall" kann sie die Frage nach dem Schöpfer Gott (fast) völlig überflüssig werden lassen. Konsequent evolutionäre Welterklärungen beschränken sich schon lange nicht mehr auf tierisches oder pflanzliches Leben und den menschlichen Körper, sondern beziehen auch den menschlichen Verstand, menschliches Verhalten, Fühlen und Denken mit ein. Dabei ist die grundlegende Annahme, daß Gene für Verhaltensweisen des Gesamtorganismus sorgen, der ihre eigene Weitergabe optimiert. Einige Textzitate sollen zeigen, wie hochbrisant und hochaktuell die Frage ist:

"Die verborgene Empfängnisbereitschaft der Frauen entstand möglicherweise als ein Schachzug im subtilen Machtkampf, der das soziale Miteinander von Männern und Frauen im Verlauf der Urgeschichte charakterisierte. Da Frauen am meisten in Kinder investieren, wollen sie sicherstellen (soll heißen: es werden Gene selektiert, die ein solches Verhalten von Frauen fördern - die Frauen handeln dann so, ohne sich der tieferen Ursachen bewußt zu sein WL), daß der Vater auch bei deren Aufzucht hilft; gleichzeitig wollen die Väter (die Gene der Väter usw. WL) natürlich die Garantie, daß die Kinder, die sie großziehen, auch die eigenen sind. Vom Standpunkt des Mannes wäre es daher besser, wenn die Frau deutlich zu erkennen gäbe, wann sie empfängnisbereit ist, da er sich dadurch leichter seiner Vaterschaft versichern könnte. Während dieser kurzen fruchtbaren Phase würde er die Konkurrenz abwehren - und sie in der übrigen Zeit sich selbst überlassen."10 "Mit zunehmender wirtschaftlicher Unabhängigkeit kehrt die moderne Frau zu einer Art Beziehung zum Mann zurück, die unsere früheren Vorfahren jahrtausendelang gelebt haben ... In Jäger- Sammler- Gruppen beispielsweise schließen sich Paare nur für vier bis fünf Jahre zusammen, was zur Aufzucht eines Kleinkindes ausreicht; anschließend gehen sie - wenn sie wollen - getrennte Wege und suchen einen neuen Partner. Die Frühmenschen, die jahrtausendelang als Jäger und Sammler lebten, könnten ein ähnliches "Paarbildungsverhalten" gehabt haben. Die Anthropologien Helen Fisher vom Amerikanischen Museum für Naturgeschichte glaubt, daß das "verflixte 7. Jahr" heutiger Ehen ein Rudiment der seriellen Monogamie darstellt, wie sie unsere Vorfahren gelebt haben könnten" 11 .

"Eines der offensichtlichsten und besonders ärgerlichen Beispiele dafür, wie evolutionäre Mechanismen "ungebremst" auf die heutige Gesellschaft wirken, ist das Eifersuchtsverhalten von Männern und Frauen. Die evolutionäre Logik für Eifersucht ist leicht nachzuvollziehen: Ein Mann, der in ein Kind investiert, das ein anderer gezeugt hat, erleidet - aus dem Blickwinkel der Evolution heraus- hohen materiellen Schaden; schließlich hat er sich um den Nachwuchs eines anderen bemüht" 12.

"Traurig, aber leider wahr: Evolutionspsychologisch gesehen ist die hohe Gewaltbereitschaft in Banden keineswegs abnormal, wenn die Voraussetzungen Armut, mangelnde Ausbildung und ein passender Anlaß zusammenkommen. Wenn man etwas besitzt, dann ist es nicht wert, das Leben dafür zu verlieren, sagt Wilson. Aber wenn jemand nichts hat, sind für ihn die Aussichten, tot zu sein, ein Leben lang keine Frau beziehungsweise keinen sozialen Status zu besitzen, im Grunde genommen völlig gleichwertig. Entwicklungsgeschichtlich m jemand sein eigenes Leben als wertlos betrachten, wenn er keine Aussicht auf Nachwuchs hat. Und je weniger Chancen er in der Zukunft sieht, um so größere Risiken nimmt er bereitwillig auf sich."13

In nahezu jedem Buchladen finden sich Bücher mit diesem Gedankengut14, deren großer Verkaufserfolg ein Indiz ist, wie sehr der Mensch das Bedürfnis hat auf die ihn beschäftigenden Urfragen "Wo komme ich her ?, wo gehe ich hin ?, was soll ich tun ?" eine Antwort zu erhalten. Es wird in Schulen und Universitäten gelehrt und von biologischen Fachgesellschaften vertreten: "Was verbindet das Verhalten des Menschen mit demjenigen der Tiere ? - Die Entwicklungsgeschichte. Die Vorfahren des Menschen sahen anders aus als wir, gehen wir immer weiter zurück, so kommen wir zu den Vorfahren, die wir heute als "Tier" bezeichnen würden. Wenn diese damals körperlich anders beschaffen waren als wir heute, dann doch wohl auch geistig (... ) Und während sich ihre Nachkommen allmählich veränderten, veränderte sich auch deren Verhalten (...) bis hin zu unserem (...) Unser Verhalten ging also hervor aus demjenigen von Tieren."15.

Die neueste evolutionistisch inspirierte Forschungsrichtung ist die "Evolutionsmedizin", deren Anliegen nach dem Backcovertext eines ihrer Standardwerke16 so formuliert werden kann: "Bakterien, Viren, Gene, falsche Ernährung - die Medizin weiß sehr viel über die Ursachen unserer Krankheiten, und doch gibt sie uns keine rechte Antwort auf die Frage, warum wir überhaupt krank werden. Vor allem: Weshalb sind wir im Laufe unserer Evolution nicht viel widerstandsfähiger geworden ? Dieses Buch stellt auf ebenso fesselnde wie originelle Weise unser gewohntes Bild von Krankheit in Frage, indem es zeigt, daß für Krankheiten die gleichen Regeln der Evolution gelten, die auch das Wunder Mensch ermöglichten".

Die dargestellten Meinungen sind nach Eindruck des Autors dieses Artikels typische, keine extremen Positionen und die evolutionistischen Antworten auf die menschlichen Grundfragen scheinen zu lauten "Ich komme aus der Ursuppe, ich gehe ins Nichts und ich soll meine Gene weitergeben". Offenbar hat die Evolutionstheorie somit philosophische und theologische Konsequenzen, die im folgenden besprochen werden sollen.

Die philosophischen Einwände und weitreichenden philosophischen Konsequenzen können hier nur angedeutet werden - es sei auf die dazu erschienene Fachliteratur17 verwiesen.

Ein grundsätzlicher philosophischer Einwand ist das Auftreten von "Zweckmäßigkeit": Lebewesen sind als ganze und in ihren Teilen durch sinnvolle Einrichtung gekennzeichnet, welche die Frage "wozu" zuläßt (z.B. "Wozu dient der Magen ?"), die im Bereich der physikalisch-chemischen Naturgesetze ansonsten sinnlos ist. (Die Frage "wozu fällt ein Stein zur Erde ?" oder "wozu regnet es ?" sind sinnlos. Sinnvoll sind nur Fragen der Form "Warum fällt ein Stein zur Erde ?" etc.). Es macht keinen Sinn, anzunehmen, daß sich diese Ebene der Finalität aus einfacheren Ebenen in vielen kleinen Schritten "entwickelt" haben könnte.

Außerdem reduziert die Evolutionstheorie Leben und Geist auf biologische Vorgänge, die Übergänge von Tier zum Menschen sowie von Leben und Tod sind für einen konsequenten Evolutionisten nur noch graduell und nicht mehr prinzipiell.

Es erscheint sinnvoll, die schlimmen, auch von der Konzilskirche verurteilten Verirrungen im Bereich moderner Biotechnologie wie der In-vitro-Fertilisation18, der Klonierung von Menschen19 oder die steigende gesellschaftliche Anerkennung von Homosexualität als "eine gleichberechtigte Form menschlicher Sexualität" -von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt bereits vor einem Jahrzehnt von der WHO vorgenommen20- als eine Folge der Ausbreitung dieses Gedankengutes mit dem damit einhergehenden Verlust des Respektes vor und des Wissens um menschliches Leben zu sehen. Es ist all dies nichts anderes als ein Ausdruck der Ablehnung der Königsherrschaft Jesu Christi über die Gesellschaft. Vor einer solchen Entwicklung wurde noch bis vor wenigen Jahrzehnten von den Päpsten gewarnt21, was im Christkönigsfest22 seinen liturgischen Ausdruck fand, aber heute weder in gängigen Lehrbüchern der "Christlichen Gesellschaftslehre"23 noch in dem eschatologisch umgedeuteten Christkönigsfest  mehr Platz haben darf.

Theologisch stellen sich bei einer konsequent evolutionistischen Welterklärung folgende Probleme:

Nach katholischer, auch von der nachkonziliaren Kirche (noch ?) aufrechterhaltener Glaubenslehre24 sind Leiden, Krankheit und Tod erst nach dem Sündenfall in das menschliche Leben eingetreten. Vor dem Fall mußte der Mensch weder sterben noch leiden.

Vor dem Sündenfall besaß der Mensch die Urstandsgnaden der Unsterblichkeit, der Teilhabe am göttlichen Allwissen und der Freiheit von der Koncupiscenz. Die oben zitierten Texte zeigen deren Unvereinbarkeit mit einer konsequenten Evolutionstheorie. Nach der Evolutionstheorie mußten der Mensch und seine tierischen Vorfahren immer schon leiden und sterben, ihr psychisches Wesen, ihr Verstand und Charakter wurden durch die Evolution dahingehend selektioniert, daß sie ihre Gene bestmöglich weitergeben konnten - man müßte daraufhin einen Gott annehmen, der durch Evolution als Zweitursache ein Wesen schafft, um ihm dann Gebote zu geben, die es aufgrund seiner Erschaffung gar nicht erfüllen kann.

Außerdem lehrt uns die katholische Religion, daß alle Menschen von einem gemeinsamen Stammelternpaar abstammen, noch einmal bestätigt vom letzten Papst, der der kirchlichen Katastrophe zu wehren vermochte25. Im konsequent evolutionären Rahmen ist von einer kleineren Gruppe "Stammeltern" auszugehen. Der Sündenfall Adams mit der Weitergabe der Erbsünde durch die Zeugung ist in diesem Kontext undenkbar.

Darüberhinaus ist anzumerken, daß Gott Sein Wesen, die absolute Gerechtigkeit, Güte und Liebe in der Person Jesu Christi offenbart hat. Im Prolog des Johannesevangeliums, dem Schlußevangelium der Heiligen Messe, wird gesagt, daß durch Jesus Christus alles geschaffen ist. Wie kann der Jesus der Evangelien, der gekommen ist, zu heilen was verwundet ist, zu suchen, was verloren ist, durch eine brutale, blinde und mörderische Evolution als Zweitursache alle existierenden Lebewesen ins Dasein gerufen haben ?

Eine konsequent evolutionistische Weltanschauung sieht im Zufall eines der beiden konstitutiven Elemente der Schöpfung. Es ist ein großer Unterschied, ob unser Körper bis ins letzte wohldurchdachte, aber oft noch unverstandene26 Detail hinein von einem liebenden Vater geschaffen wurde oder von einer blinden Evolution als Torpedo-Brücken-Turm-Konstruktion27 voller Fehler und Unvollkommenheiten zusammengewürfelt wurde - erscheint die Inkarnation Gottes in solch einen Körper vorstellbar28 ! Der Gott der Evolution kann kaum noch der Gott Christi sein !

Last not least wird damit der Autorität der Bibel, und zwar sowohl des Alten (z.B. Gen 1,1 - 11,9; Weish 10, 1-5 u.a.) wie des Neuen Testamentes (Mt 24, 37-39; Lk 11,50f; Röm 5, 12-19 u.a.) ein schwerer Schlag versetzt und mithin letztlich der Autorität Jesu selber, was die Tür aufstößt zu weiteren Häresien und Zerstörungen - wie wir sie seit einer Generation in der Kirche erleben müssen. Welch eine große Rolle die Evolutionstheorie bei der innerkirchlichen nachkonziliaren Zerstörung gespielt hat, die häretischen Schriften Teilhard de Chardins sind dabei an erster Stelle zu nennen, haben in jüngster Zeit Zeitzeugen dokumentiert.29

Im Rahmen dieses Artikels erwähnt werden müssen die Kompromissversuche, die einzelne Theologen zwischen der Evolutionstheorie und der katholischen Religion zu machen versuchen30. Beispielsweise kann angenommen werden, daß der Zufall der Evolution durch Gott in Seinem Sinne gesteuert wurde, daß Gott lediglich den Körper eines einzelnen, hochevolvierten tierischen Lebewesens nahm, diesem Seinen Geist einhauchte und es damit zu einem Menschen machte, der ursprünglich im Stande der Urstandsgnade war und diese dann im Sündenfall verlor. Die Enzyklika Humani generis verbietet nicht solche Annahmen31. Eine Reihe der oben angesprochenen Widersprüche lassen sich so mehr oder weniger gut harmonisieren. Tatsache ist aber, daß dabei der Evolution der Primat vor der traditionellen Lehre der Kirche eingeräumt wird, was bereits aufgrund naturwissenschaftlicher Gründe -wie gleich angedeutet werden soll- als fraglich anzusehen ist. Darüber hinaus vermag eine so "verharmloste" Evolutionstheorie nur in einem kirchlich geprägten Milieu Eindruck zu machen, nicht in der weltweiten atheistischen Scientific Community. Es sind dem Autor dieser Zeilen keine wissenschaftlichen Fachpublikationen auf dieser Basis bekannt. Außerdem wird dem Schöpfergott damit Inkonsequenz und Unvollkommenheit unterstellt: Sein angenommer Schöpfungsmechanismus Evolution wird von Ihm selber gerade an der wichtigen Stelle der Erschaffung des Menschen unterbrochen. Auch bleibt die Frage nach der Herkunft und dem Sinn tierischen Leidens ohne Antwort, während im Kontext der traditionellen Lehre der Kirche davon ausgegangen werden kann, daß die ganze Schöpfung unter den Folgen des menschlichen Sündenfalls leidet (Röm 8,22).

Da dieser Artikel nur die Absicht hat aufzuzeigen, daß die Evolutionstheorie nicht gleichgültig für die katholische Religion ist und damit die unter Katholiken herrschenden Tabuisierungen in Frage zu stellen, soll auf eine nähere Erörterung der verschiedenen Kompromisstheorien hier verzichtet werden.32

Aus naturwissenschaftlicher Sicht muß gesagt werden, daß die Evolutionstheorie nicht so unumstritten ist, wie sie zunächst erscheint. Es existiert eine Anzahl von Publikationen, die sich insbesondere mit den konkreten Mechanismen der Evolution befassen: Wie konnten sich unbelebte Moleküle zu der ersten lebenden von selbst zusammenschließen, wie konnten aus einfachen Zellen komplizierte Vielzeller, später Fische, Amphibien, Reptilien und Säugetiere werden ? Von evolutionistischer Seite sind bisher keine tragfähigen Modelle für die behauptete Höherentwicklung publiziert worden, Evolution im Sinne von Entstehung neuer, vorher nicht vorhandener Strukturen z.B. Beine für einen Fisch, konnte bisher nie beobachtet werden. Alle beobachteten Beispiele für "Evolution" bewegen sich im Bereich der Variation vorhandener Strukturen und Baupläne, z.B. der Verlust von Zehen und die Größenzunahme von Pferdevorfahren. Die moderne Molekulargenetik weiß heute sehr viel über die Mechanismen der Vererbung. Man kann abschätzen, wie viele Mutationen nötig sind, um eine neue Struktur zu schaffen, die dem betroffenen Lebewesen einen Überlebensvorteil verschafft - und die Wahrscheinlichkeit von deren zufälligem Auftreten als praktisch Null berechnen. Die Evolutionstheorie erscheint als ein typisches Produkt des 19. Jahrhundertes, das noch keine Vorstellung von der ungeheuren Komplexität eines Lebewesens hatte. Diese Komplexität ist unabdingbar, damit Leben funktionell möglich ist.

Eine oberflächliche Betrachtung der Fossilien legt zunächst eine Evolution der Lebewesen nahe, finden sich doch einfachere Lebewesen generell in älteren geologischen Schichten als komplexer gebaute. Eine nähere Betrachtung wirft freilich auch erhebliche Probleme auf, beispielsweise das völlige Fehlen von Übergangsformen. Im Rahmen schöpfungstheoretischer Modelle wird dies mit Megasukkzessionsmodellen zu erklären versucht.

Es kann im Rahmen dieses Artikels nicht näher auf naturwissenschaftliche Kritik an der Evolutionstheorie eingegangen werden33. Tatsache ist, daß echte naturwissenschaftliche Forschung mit evolutionskritischer Ausrichtung nach Eindruck des Autors derzeit in der etablierten Wissenschaft nicht möglich ist: Fachzeitschriften weigern sich kurzerhand, evolutionskritische Artikel abzudrucken, Forschungsmittel sind nicht zu erhalten. Es gibt nur kleine Gruppen von Naturwissenschaftlern, die in ihrer Freizeit oder unter Finanzierung durch private Spender außerhalb der großen millionenschweren etablierten Forschungsinstitutionen evolutionskritische Forschung betreiben. Die bedeutendste derartige Organisation ist in Europa die Studiengemeinschaft Wort und Wissen34, deren meiste Mitarbeiter akatholische Christen sind.

Wie erklärt sich der Siegeszug der Evolutionstheorie ? Bei einer Theorie, die über ihre wissenschaftliche Bedeutung hinaus so weitreichende Bedeutung für Welt- und Menschenbild hat, sollte eingeräumt werden, daß nicht-naturwissenschaftliche Motive zu ihrer Verbreitung beitragen können. Nach Ansicht des Autors spielen hier weniger wissenschaftliche Fakten, sondern vor allem psychologische Motive und die erbsündlich verletzte Menschennatur eine Rolle: Der Naturwissenschaftler ist in seiner Arbeit ständig mit der Genialität der Schöpfung konfrontiert. Er nimmt wahr, wie sinnvoll durchdacht selbst die kleinsten Einzelheiten eines Lebewesens sind, wie tausende Teilfunktionen aufeinander optimal abgestimmt ein hervorragend funktionierendes Ganzes ergeben, weit vollkommener, als es der menschliche Verstand jemals wird ersinnen können. Jedes Lebewesen trägt die Botschaft mit sich "mich hat jemand konstruiert". Dieser Konstrukteur oder Schöpfer konnte bis Darwin niemand anderes als Gott sein. Der Naturwissenschaftler wurde ständig an die Existenz Gottes und damit auch an seine eigene Geschöpflichkeit erinnert - mit allen daraus folgenden Konsequenzen.

Ein zweiter, nicht zu vernachlässigender Faktor ist wahrscheinlich die extreme Spezialisierung des einzelnen forschenden Naturwissenschaftlers: Er bearbeitet nur noch ein winziges Teilgebiet einer Fachdisziplin. Bereits die Komplexität dieses winzigen Gebietes übersteigt beinahe sein intellektuelles Fassungsvermögen. Dabei entgeht es sehr rasch seiner Aufmerksamkeit, daß ein Lebewesen noch um ein vielfaches komplexer und komplizierter ist als er es in seinem Teilgebiet alleine erfaßt - und daß demnach eine Entstehung nur durch Zufall und Selektion, ohne jede gezielte Planung, außerhalb der noch errechenbaren Wahrscheinlichkeiten liegt.

Der griechische Philosoph und General Xenophon, der nach Ausscheiden aus dem aktiven Dienst auch naturwissenschaftliche Schriften verfaßte, berichtet ein Gespräch seines Ausbilders Sokrates mit dem Athener Aristodemos: "Scheinen dir nun die bewunderwungswürdiger zu sein, welche seelenlose und unbewegliche Bilder schaffen, oder die, welche beseelte und selbsttätige Lebewesen schaffen ? Natürlich, beim Zeus, die Schöpfer lebender Wesen, wenn diese nicht überhaupt irgendeinem Zufall ihre Entstehung verdanken, sondern einer schöpferischen Vernunft. Von den Gegenständen, bei denen unsicher ist, wozu sie da sind, und denen, die offensichtliche einem nützlichen Zweck dienen, welche hältst du da für Werke des Zufalls und welche für Werke einer schöpferischen Vernunft ? Natürlich sind die einem nützlichen Zweck dienenden Gegenstände die Werke einer schöpferischen Vernunft. Scheint dir nun nicht derjenige, der von Anfang an die Menschen schuf, ihnen zum Nutzen mitgegeben zu haben, wodurch sie alles wahrnehmen können, nämlich die Augen, um das Sichtbare zu sehen, und die Ohren, um das Hörbare zu hören ? Und was hätten wir wohl von den Düften für einen Gewinn, wenn uns keine Nasen gegeben wären ? ... Scheint dir das nicht überdies auch einem Werk der Vorsehung zu gleichen, daß sie das Auge, da es verletzlich ist, durch die Augenlieder geschützt hat, welche im Gebrauchsfalle sich öffnen, im Schlaf aber sich schließen; und daß sie, damit die Winde nicht schaden, die Augenwimpern als Sieb eingefügt hat ? ... obwohl dies so vorsorglich eingerichtet ist, bist du darüber im Zweifel, ob dies das Werk des Zufalls oder einer schöpferischen Vernunft ist ? Doch nein, beim Zeus, erwiederte Aristodemos, wenn man es so betrachtet, gleicht dies allerdings ganz dem Werk eines weisen und freundlichen Werkmeisters."35

Seit Darwin hat der, wie jeder andere Mensch, auch von der Erbsünde geschwächte Naturwissenschaftler die Möglichkeit, dieser ihn selber und seine Lebensführung in Frage stellenden Konfrontation auszuweichen, indem ein anonymer Konstruktionsmechanismus postuliert wird: die Evolution. Anhand einer genialen Konstruktion eines Lebewesen wird der Naturwissenschaftler nun sagen "die Evolution hat gute Arbeit getan" - und hat damit Gott aus seiner Lebenswelt verdrängt. Umgekehrt bedeutet naturwissenschaftliche Kritik in der heutigen atheistischen wissenschaftlichen Gemeinschaft zugleich implizit eine Infragestellung von Weltbild und Lebensführung der Naturwissenschaftler, die oft in massiven Widerspruch zu Gottes Willen sind 19 20 36 . So erklären sich zwanglos die vernichtenden Attacken von evolutionistischer Seite auf evolutionskritische Äußerungen.

Es gibt andere Beispiele für außerwissenschaftliche Einflüsse auf Naturwissenschaftler, die zu falschen Theorien führten, so die Lyssenko-Biologie in den 30er bis 50er Jahren im sowjetischen Machtbereich. In jüngerer Zeit machte die NASA Schlagzeilen mit der Behauptung, versteinerte Mikroorganismen in einem Mars Meteoriten gefunden zu haben - von der Öffentlichkeit unbemerkt erwies sich dies als sachlich unbegründet 37- es wird vermutet, die NASA-Leitung habe sich darauf eingelassen, um in einem politisch kritischen Moment Argumente gegen Bugdetkürzungen zu haben. Es sollte auch keinesfalls vergessen werden, daß sich der totale Siegeszug der Evolutionstheorie im wissenschaftlichen Raum zeitgleich mit einer der massivsten Säkularisierungs-und Glaubensabfallswellen der Kirchengeschichte ereignet hat. Im selben Maße, wie sich die Menschen von Gott entfernten, wurden sie bereiter, die Evolutionstheorie als "Ersatzmythos" zu akzeptieren. Wenn heute hohe kirchliche Würdenträger die Evolutionstheorie akzeptieren "weil sie Ergebnis der Wissenschaft ist", so wird dieser Zusammenhang vergessen. Autor dieser Zeilen hält die Evolutionstheorie in erster Linie aufgrund naturwissenschaftlicher Überlegungen für falsch, ist sich aber bewußt, daß seine "alternative" Theorie der direkten Schöpfung durch Gott in der heutigen Wissenschaft -im Gegensatz zu allen früheren Jahrhunderten abendländischer Geistesgeschichte- als a priori indiskutabel gilt: und dies eben aufgrund des massiven Glaubensabfalls seit einer Generation, der das Gros der Naturwissenschaftler von Gott entfernt hat.

Welche Konsequenzen sollten Katholiken als einzelne und die katholische Kirche als ganze ziehen ?

Die Evolutionstheorie ist zunächst eine naturwissenschaftliche Theorie, die als solche nicht in den Bereich des für Glauben und Sitten eingerichteten Lehramtes fällt38. Da jedoch die Kirche die Aufgabe hat, generell für die Wahrheit einzutreten, in welchem Lebensbereich auch immer, da die Evolutionstheorie so schwerwiegende philosophische und theologische Konsequenzen hat und da zudem sich die Feinde der Kirche ihrer bedienen, um die Autorität der katholischen Religion zu schwächen, sollte die Kirche Christi nicht gleichgültig bleiben. Es ist an sich nichts ungewöhnliches, daß kirchliche Institutionen sich mit profanen Fachgebieten befassen. Dies geschieht immer dort, wo philosophische und theologische Grundhaltungen eine große Rolle spielen, so sind etwa seit langem Lehrstühle für Pädagogik, Psychologie und Soziallehre an katholischen Institutionen etabliert. In diesem Rahmen sollte auch die Behandlung der Evolutionstheorie und deren Ersetzung durch Alternativmodelle gesehen werden. Verschärfend kommt hinzu, daß der kirchliche Binnenraum das nach Einschätzung der Autors derzeit einzige existierende Milieu ist, in dem Evolutionskritik überhaupt noch artikuliert werden kann. Äußerungen der aktuellen Inhaber höchster kirchlicher Leitungsämter zugunsten der Evolutionstheorie haben die entsetzliche Folge, dieses letzte noch bestehende Refugium zu verschließen. Den Gemeinden des traditionellen Messritus 39 kann wegen ihrer konservativeren Gläubigen  eine wichtige Rolle als ein gesellschaftlicher Rückhalt für Evolutionskritik zukommen. Es ist kein Zufall, daß die wenigen evolutionskritischen Publikationen aus katholischer Feder (siehe Anhang) durchweg von solchen “traditionellen” Katholiken verfaßt sind40.

Insgesamt scheint sich in den USA eine Trendwende zugunsten breiterer Anerkennung evolutionskritischer Ansätze abzuzeichnen41. Andererseit kann die "selbstverständlich" ablehnende Reaktion des an den Zeitgeist angepaßten lokalen Klerus nur zutiefst bedauert werden, der bei gegebenem Anlass nie versäumt, ein Glaubensbekenntnis an die Evolution abzulegen42. Wie weit liegt doch geistig bereits die Zeit zurück, in der ein ganz normaler katholischer Theologieprofessor, Ordinarius für Pastoralmedizin, in einem Standardwerk die naturwissenschaftliche Unrichtigkeit der Evolutionstheorie aufzuzeigen versuchte !43

Einzelne Katholiken, besonders solche mit naturwissenschaftlicher Ausbildung, sind aufgerufen, ihr Fachwissen in den direkten Dienst Jesu Christi zu stellen. Sei es in allgemeinbildenden Vorträgen, sei es in echter naturwissenschaftlicher Forschung, sollten katholische Akademiker die Brüchigkeit der evolutionistischen Ideologie aufzeigen und kreationistische Alternativmodelle erarbeiten. Der Autor dieser Zeilen sieht einen Teil seiner persönlichen Arbeit für die katholische Religion in dieser Aufgabe und würde sich freuen, Fachkollegen dazu anregen zu können. Hier bietet sich für das moderne Laienapostolat ein breitestes, auch unmittelbar im Bereich des allgemeinen Priestertums aller Gläubigen liegendes Wirkungsfeld, lassen sich doch im Rahmen jedes evolutionskritischen Vortrages auch die Fragen nach dem Schöpfer und nach Jesus Christus, dem Ursprung und Ziel menschlichen Lebens thematisieren und so können vielleicht Menschen zu der Erkenntnis Gottes geführt werden.

Anhang: Evolutionskritische Publikationen

Reinhard Junker, Siegfried Scherer "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch", 4. völlig neu bearb. Aufl., Weyel Lehrmittelverlag Gießen 1998, 328 Seiten, 425 Abb. Preis DM 39.80, ISBN 3-921046-10-6 Ein sehr zu empfehlendes einführendes Lehrbuch.

Albert Niedermeyer, Allgemeine Pastoralmedizin, Band I: Philosophische Propädeutik der Medizin, Wien 1955 (antiquarisch günstig erhältlich, am einfachsten über www.zvab.com).

Walter Hoeres "Evolution und Geist. Der Neodarwinismus als Weltanschauung", Respondeo, Eine theologische Schriftenreihe, herausgegeben von Johannes Bökmann, Nr. 4

Der Gerade Weg, Zeitschrift der Katholischen Jugendbewegung, 19. Jahrgang, Nr. 4, Juli/August 1996

Savoir et Servir Nr. 62, L'évolution ... ou l'homme crée à l'image du singe, Zeitschrift des Mouvement de la Jeunesse Catholique de France, März 1998

Daniel Raffard de Brienne "Pour en finir avec l'évolution", Paris 1998, Perrin & Perrin

Bernhard Zaby, Der Evolutionsmythos, Gedanken zur Vereinbarkeit von Glaube und Wissenschaft, Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X. für den deutschen Sprachraum, Nr. 247, Juli 1999, p.13-22

Wolfgang Kuhn, Stolpersteine des Darwinismus, Wunder der Schöpfung in Wort und Bild, Neuauflage 1999

Johannes Grün, Schöpfung - Ein göttlicher Plan, Band 1: Die Evolution im Lichte naturwissenschaftlicher Fakten und philosophisch-theologischer Grundlagen, Verax Verlag Müstair / Graubünden (CH), 400 Seiten (im Druck)


 

Anmerkungen

1 Charles Darwin, On the Origine of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life, Murray, London 1859

2 Stephen J. Gould, Professor für Zoologie an der Harvard-University / USA: "What strange set of historical cicumstances, what old disconnect between sciense and society, can explain the paradox that organic evolution - the central operate concept of an entire discipline and one of the firmest facts ever validated by science - remains such a focus of controversy, even of widespread disbelief, in contemporary America ? (...) Three principles might guide our pastoral efforts: (i) evolution ist true ... and the truth can only make us free (ii) Evolution liberates the human spirit (...) (iii) For sheer excitement, evolution as an empirical reality beats any myth of human origin by light years" in : Darwin's More Stately Mansion, Science 284, p. 2087 (25/ 6/1999). Vergleiche dazu das Editorial von Dr. Reinhard Junker in Studium Integrale Journal 6 (1999), p. 50

3 Manfred Schweiger, Monika Hirsch-Kaufmann, Biologen für Mediziner, Pharmazeuten und Chemiker, Stuttgart 1987, Thieme Verlag, p. 224

4 Erklärung Papst Johannes Paul II. vor den Mitgliedern der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften am 23. 10. 1996; vgl. auch das Buch "Evolutionismus und Christentum", Herausgegeben von Robert Spaemann, Reinhard Löw, Peter Koslowski, Geleitwort von Joseph Kardinal Ratzinger, Acta humaniora VCH Weinheim 1986

5 vgl. z.B. Robert Mildenberger, Die Kopernikanische Wende, Die Kirche und das neuzeitliche Wissenschaftsverständnis, Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X, in Deutschland ("Mitbl") Nr. 241, p. 19-26 (1/1999) + Nr. 242, p. 22-29 (2/1999) + Nr. 243, p. 20-28 (3/1999)

6 vgl. die (heute totgeschwiegenen) Entscheidungen der Päpstlichen Bibelkommission zu Fragen der modernen historisch-kritischen Exegese, z.B. DS 3398-3400 (Der Verfasser und die historische Wahrheit des vierten Evangeliums), DS 3505-3509 (Charakter und Verfasser des Buches Jesaja), DS 3592-3519 (Der historische Charakter der ersten Kapitel der Genesis). Übersichtsarbeit zur Thematik: Matthias Gaudron, Die Entstehung der Evangelien, Mitbl. Nr. 251, p. 29-38 (11/1999) + Nr. 252, p. 29-34 (12/1999) + Nr. 252, p. 24-32 (1/2000).

7 vgl. Jaques Philippe, Christentum und Evolution, Feuer und Licht Nr. 47 "Wissenschaft und Glaube", p. 26-29; Guido Horst, Gott Ja - Kirche Nein, Antworten auf 66* Kritik, Band 1, p. 287-294, MM-Verlag 1998 oder Patrick Theillier, L'Èvolution a-t-elle un sens, Bulletin de l'Association Médicale Internationale de Lourdes Nr. 265, Januar 2000, p. 9 - 11 und derselbe Croire: un livre du père Sesboüé, ibidem p. 12-15

8 vgl. etwa Röm 5, 12-19; Kompendium der christlichen Lehre, von Seiner Heligkeit Papst Pius X. angeordnet für die Diözesen der Provinz Rom, Vatikan 1906, neu herausgegeben vom Mediatiix Verlag Wien 1981, p. 82-86 (Fragen Nr. 48-57, 59-61, 64)

9 vgl. z.B. die Dokumentation "Informationen aus Kirche und Welt", herausgegeben vom Initiativkreis katholischer Laien und Priester in der Diözese Augsburg oder Heinz-Lothar Barth, Martin Luther - Unser gemeinsamer Lehrer im Glauben ?, Mitbl. Nr. 245, p.19-25 (5/1999) + Nr. 246, p. 18-24 (6/1999) + Nr. 247, p. 22-35 (7/1999) + Nr. 248, p. 24-32 (8/1999)

10 William F. Allman, Mammutjäger in der Metro, Wie das Erbe der Evolution unser Denken und Verhalten prägt, Heidelberg - Berlin 21999, Spektrum Akademischer Verlag, p. 165

11 ibidem p.170 f.

12 ibidem p. 176

13 ibidem p. 197

14 Luigi Luca Cavalli-Sforza, Gene Völker und Sprachen: Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation, aus dem Italienischen übersetzt, München 1999. Andreas Paul, Von Affen und Menschen, Verhaltensbiologie der Primaten, 1998; Klaus Richter, Die Herkunft des Schönen, Grundzüge der evolutionären Ästhetik, 1999; Bernhard Derck, Das universale Weltbild, Evolution und Naturphilosophie, 2 1991

15 Prof. Dr. Detlef Bückmann, Vizepräsident des Verbandes Deutscher Biologen (VdBiol) in : Biologen heute, Zeitschrift des VdBiol, 5/97, p. 4

16 Randolph M. Nesse, George C. Williams: Warum wir krank werden. Die Antworten der Evolutionsmedizin. Verlag C.H. Beck, München 1997 (320 p.) Rezension von Wolfgang B. Lindemann in Studium Integrale Journal 7 (2000) (im Druck) . Vergleiche auch Michael McGuire, Alfonso Trosi, Darwinian Psychiatry, New York-Oxford 1998, Oxford University Press und dazu das Referat von Wolfgang B. Lindemann Evolutionäre Psychologie und Psychiatrie, Tagungsband der 17. Fachtagung für Biologie der Studiengemeinschaft Wort und Wissen, 17.-19. März 2000. (Adressee vide infra Nr. 34)

17 z.B. Respondeo, Eine theologische Schriftenreihe, Herausgegeben von Johannes Bökmann, Nr. 4, Evolution und Geist, Der Neodarwinismus als Weltanschauung (Autor: Prof. Dr. Walter Hoeres et. al.)

18 Katechismus der Katholischen Kirche, Vatikan 1993, Nr. 2376f

19 Wolfgang B. Lindemann, Erstmals Menschen geklont, Der Fels 9/1999, p. 257f.

20 Wolfgang B. Lindemann, Wie die WHO Homosexualität "heilte", Mitwissen Mittun, Pro Conscientia Infobrief Nr. 8, p. 38 (1998)

21 z.B. Papst Pius XI. , Enzyklika Quas primas

22 "Papst Pius XI. wollte das Jubeljahr 1925 feierlich beschließen durch die Einführung eines neuen Festes zu Ehren des Königtums Christi. Dieses Fest soll fortdauernd die Welt an die unveräußerlichen Königsrechte erinnern, die dem Heiland als Gottessohn und als Erlöser zustehen, und dazu beitragen, daß die Staaten und die einzelnen Menschen sich seinem sanften Herrscherjoche unterwerfen." Schott, Römisches Messbuch, Freiburg i. Br. 1962, unveränderter Nachdruck 1995, p. 1100 f.

23 Joseph Kardinal Höffner, Christliche Gesellschaftslehre, Kevelaer. 8 1983

24 Katechismus der Katholischen Kirche, Vatikan 1993, Nr. 374-379; Papst Pius X., Kompendium der christlichen Lehre, Vatikan 1906, 3. Abschnitt, Frage 57 - vgl. dazu die einschlägigen Kapitel im "Deutschen Erwachsenenkatechismus" der Deutschen Bischofskonferenz !

25 Papst Pius XII., Enzyklika Humani Generis, DS 3897

26 vgl. zu dieser Problematik das Standardwerk von Reinhard Junker, Rudimentäre Organe und Atavismen: Konstruktionsfehler des Lebens ?, Reihe Studium Integrale, 1989

27 von einer hypothetischen fischähnlichen Stammform ("Torpedo") soll die Evolution über den landlebenden Quadrupeden ("Brücke") zum aufrecht gehenden Hominiden ("Turm") geführt haben

28 vergleiche dazu das zentrale Argument Pius IX. für die Dogmatisierung der Unbefleckten Empfängnis Mariens: "Es ziemte sich freilich auch durchaus, daß sie (= Maria WL) stets vom Glanz vollkommener Heiligkeit geschmückt erstrahlte und sogar vom Makel der Urschuld selbst völlig frei, den herrlichsten Triumph über die alte Schlange davontrug, die so verehrungswürdige Mutter, der Gott seinen einzigen Sohn (....) zu geben beschloß. Pius IX, Ineffabilis Deus, DS 2801. Nur das Beste ist würdig für den Gottesdienst !

29 "L'ombre de Teilhard de Chardin ne cessait de planer sur le séminaire, comme sur toute l'Église. Il n'est pas possible de parler de cette époque sans faire référence aux controverses qui agitaient les esprits à son sujet, notamment dans le séminaire. Tout était tellement récent. La pensée du jésuite constitue, qu'on le veuille ou non, une charnière dans l'histoire de l'Église". Jean-Pierre Dickès, La Blessure, Préface de Gérard Leclerc, Éditions Clovis 3 1998, p. 136f

30 Übersicht bei Reinhard Junker, Leben durch Sterben, Schöpfung Heilsgeschichte und Evolution, Studium Integrale, 2. Auflage 1994, p. 47-88 + 106 + 133-138 + 156 - 158 + 194f .

31 Papst Pius XII., Enzyklika Humani Generis, DS 3896

32 Eine Übersicht auch über die aktuellen katholischen Theologenmeinungen bietet der evangelikale Autor Reinhard Junker, "Leben durch Sterben ?, Schöpfung, Heilsgeschichte und Evolution", Studium Integrale 2. Auflage 1994

33 Reinhard Junker, Siegfried Scherer "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch", 4. völlig neu bearb. Aufl., Weyel Lehrmittelverlag Gießen 1998, vgl. die Rezension von Wolfgang B. Lindemann in Der Fels 7/8 1999, p. 231f

34 Studiengemeinschaft Wort und Wissen e.V., Rosenbergweg 29, 72270-Baiersbronn. E-mail: sg@wort-und-wissen.de, oder in Frankreich die Vereinigung Au commencement ... Auskünfte bei ihrem Vorsitzenden Dr. André Eggen aeggen@club-internet.fr. Diese Organisationen sind evangelisch-freikirchlich ausgerichtet, wobei Wort und Wissen wesentlich weniger konfessionell geprägt ist als “Au commencement...”

35 Xenophon, Erinnerungen an Sokrates, I, 4, 4-7, 4. Jahrhundert vor Christus

36 Wozu Naturwissenschaftler als Naturwissenschaftler (und nicht in ihrem Privatleben) fähig sind vgl z.B. Berichte, abgetriebenen Embryonen Zellmaterial zu entnehmen, um es in therapeutischer Absicht zu verwenden, z.B. Dunnett SB, Repair of the damaged brain.The Alfred Meyer Memorial Lecture 1998, Neuropathology and applied neurobiology, 25, 5,351-362, 1999; oder Barker RA, Dunnett SB, Functional integration of neural grafts in Parkinson's disease, Nat Neurosi, 2, 12, 1047-8, 1999 Dec, 0003

37 Wolfgang B. Lindemann, Hinweise auf Lebensspuren im Mars-Meteoriten ALH 84003 nahezu widerlegt, Studium Integrale Journal 6 (1999), p. 31-33

38 Erklärungen eines Papstes über den Wahrheitsgehalt einer naturwissenschaftlichen Theorie interessieren mich als naturwissenschaftlich ausgebildeter Arzt genauso viel oder wenig wie eventuelle päpstliche Vorschläge, einen Hirntumor oder eine Epilepsie zu behandeln (letztere sind bisher noch ausgeblieben).

39 Für eine unvollständige Übersicht siehe die jeweils aktuelle Ausgabe von Pro Missa Tridentina, Rundbrief der Laienvereinigung für den klassischen römischen Ritus in der katholischen Kirche e.V.

40 Als ein konservativer Katholik sei hier ein Katholik verstanden, der die katholische Religion absolut mit dem jeweiligen Inhaber der Papstamtes identifiziert, als ein traditioneller Katholik jemand, der versucht, das Gesamt der päpstlichen Lehrentscheidungen, Kirchenlehrer und Heiligen zu betrachten und im Falle von Widersprüchen tendienziell die ursprünglichere Lehrposition präferiert, zumal im Falle ihrer Übereinstimmung mit Bibel, Kirchenvätern und Thomas v. Aquins Es liegt auf der Hand, daß beide Strategien ihre Vorteile und Gefahren haben, zumal die Wirklichkeit generell zu komplex ist, um durch so einfache Schemata erfaßt werden zu können.

41 Constance Holden, Breakdown of the year: Creationists win in Kansas, Science 286 p. 2242 (17. 12.1999) : About 35% of American adults think that te bible is literally true, including on creation ... And in a 1997 Gallup poll, 68% of Americans said that "creationism should be taught along with evolution" in public schools.... When queried after the Kansas decision, not one (presidential candidate) took an unequivocal stand in favor of evolution. "I believe children should be exposed to different theories about how the world stated" said Republican front-runner George W. Bush. "I personally believe my children were not descended from apes" added Republican Gary Bauer. Even Vice-President Al Gore couldn't resist a waffle: He favors teaching evolution, said a spokesperson, but "localities should be free to teach creationism as well". Gore later backed off, saying creationism should be confined to religion courses.

42 On 8 October, the Board of Education voted 14 to 1 to adopt the new standards and ban creationism from the curriculum. In a ringing endorsement, Catholic Archbishop Michael J. Sheehan published a letter in two New Mexico newspapers on 15 October strongly supporting the revision, Bernice Wuethick, Scientists strike back against creationism, Science 286, p. 659 (22. 10. 1999). Autor dieses sind keine Beispiele bekannt, in denen ein derzeit amtierender europäischer oder amerikanischer Bischof eine Anzeigenkampagne für die Keuschheit vor der Ehe, für die Bekanntmachung der Auferstehung Christi oder gegen Abtreibung gestartet hätte.

43 Albert Niedermeyer, Philosophische Propädeutik der Medizin, Wien 1955, p. 145-284

 

 

Charles Darwin

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