|
Ein weiteres Gegenbeispiel ...
wie Evolutionskritik aus katholischer Perspektive nicht aussehen sollte ist leider die Tagung des “Ratzinger-Schüler-Kreises” im September 2006, deren Vorträge als Buch (rechts) erschienen sind.
Nachfolgend eine Rezension von Wilhelm Overhoff (+ 3. 6. 2008 mehr zu seiner Person und seinem Vermächtnis), der selber ein Buch hier zur Evolutionstheorie verfasst hat, in dem er einen Zusammenhang zwischen ihr und der heutigen kirchlichen Situation sieht
Buchrezension
"Schöpfung und Evolution" des Schülerkreises Papst Benedikt XVI. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg, 2007
Das Buch wird wegen der Namen der Autoren eine große Leserschaft finden. Leider ist es gänzlich durchzogen von der mangelnden Unterscheidung der Geister.
Von den Vertretern der Evolutionstheorie wird ständig der Begriff 'Wissenschaft' bemüht. Dieser Begriff lässt heute aber eher an Computer, Autos, Flugzeuge Handys oder Raumfahrt, schlicht an technischen Fortschritt denken. Dabei würde aber kein Gescheiter das darwinistische Postulat zur Anwendung bringen wollen. Ja, jede technische Neuentwicklung ist eine Parodie auf die neue Religion, den Darwinismus. Deshalb ist eine Aussage wie "Die Evolutionstheorie ist die am besten fundierte Theorie für die gesamte wissenschaftliche Forschung überhaupt", schlicht unsinnig.
Zweifelsfrei hat die Evolutionstheorie (oder auch -lehre) auch einen anderen Glauben bewirkt, etwa die Eliminierung des Begriffs 'Seele' im deutschsprachigen Raum. Hans Küng ist hier exemplarisch.
- Hans Küng in 'Der Anfang aller Dinge)', 2005: "Dies ist das Lebensprinzip der Natur. In einer über Jahrmillionen sich erstreckenden Entwicklungsgeschichte hat sie sich nach rein kausalen-mechanistischen Gesetzen ohne alle vorausgesetzten Zwecke und Ziele entwickelt". "…der menschliche Geist nicht vom Himmel fiel, sondern ein Evolutionsprodukt darstellt". Ethos ist dann nur noch ein "biologisch-evolutiv erprobter Ur-Ethos". Dies grundgelegt, folgt mit innerer Logik: "Ich glaube nicht an die späteren legendarischen Ausgestaltungen der neutestamentlichen Auferstehungsbotschaft". Die in den Evangelien berichteten Wunder sind dann nur noch "unbekümmerte volkstümliche Erzählungen". Nun ist er (2007) für seine Verdienste zum zweiten mal von den Freimaurern geehrt worden mit dem 'Kulturpreis Deutscher Freimaurer'. Küng war Konzilstheologe. Sein verderblicher Einfluss ist ungebrochen. Kardinal Lehmann sagte auf dem Katholikentag 2004 in Ulm, dass er alle wesentlichen Ansichten des "lieben Hans" teilt.
- Der Evolutionismus hat die gesamte Verkündigung entstellt, mag auch die genuine Ursache nicht mehr begriffen werden. Wenn Benedikt XVI. am 16.Juni 2007 ausführte: "Wie damals" ( z.Z. des Arianismus) "ist es auch heute nötig, das Volk Gottes vor falschen Propheten zu schützen, vor Irrtümern und der Oberflächlichkeit von Vorschlägen, die mit der Lehre des göttlichen Meisters nicht konform gehen", nutzt dies wenig, wenn nicht auch Ross und Reiter genannt werden.
Was ist aber Fakt? Das menschliche Erbmolekühl DNS (englisch: DNA) ist ein unvorstellbar großer Informationsspeicher für die Herstellung des menschlichen Organismus. Dieser Organismus ist die Realisation allein dieser Herstellungsinformation. Eine automatische Rückkoppelung von Information in den Informationsspeicher, wenn eine bessere Anpassung an wechselnde Umweltverhältnisse geboten wäre, wie Lamarck und Darwin noch annahmen, gibt es nicht. Evolution ist nur möglich über intelligentes Abwandeln oder Ergänzen dieser Information. Wie bei einer geschriebenen Software ist aber auch hier jeder zufällige willkürliche und damit geistlose Eingriff ausschließlich schädlich, im günstigsten Falle unschädlich, wie auch die experimentelle Mutationsforschung an komplexen Organismen eindeutig bestätigt hat, nie aber kreativ im Sinne von Sinn, Zweck oder Ziel. Die Entstehung von Herstellungsinformation durch Zufall (Zufallsmutationen) auf den Menschen hin ist auch nie nachgewiesen worden und wird auch nie nachgewiesen werden können, ebenso wenig wie das Perpetuum mobile. Wer dies behauptet, steht nicht mehr in der Wahrheit, selbst wenn er sich mit einem Nobelpreis schmücken könnte. Daher ist auch die behauptete Phylogenese des Menschen mittels Zufallsmutationen logisch nicht nachvollziehbar. Anpassungen an wechselnde Umweltverhältnisse sind ebenfalls so nicht erklärbar.
Wortführer in der Diskussion war der Darwinist Prof. Dr. Schuster, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Schuster (und Gleichgesinnte) behauptet, genau zu wissen, wie der Mensch entstanden ist, beginnend mit dem Urknall. "Wir erkennen die Evolution als einen Prozess, der nach den Naturgesetzen abläuft und keiner Intervention von außen bedarf” (S.55). Das ist Atheismus pur, an dem nichts herumzudeuteln ist, auch nicht mit der hilflosen Behauptung, dies sei eben die Schöpfungsmethode Gottes gewesen. Schuster kolportiert noch mal das Grunddogma des Materialismus: "Evolution im Sinne Darwins ist ein universelles Phänomen und nicht an die Existenz zellulären Lebens gebunden" (S. 42). Dieses Dogma ist wohl erstmalig formuliert worden von Sir Julian Huxley, bekennender Atheist und Darwinist und erster Generalsekretär der UNESCO auf der Jahrhundertfeier (1959) von Darwins epochemachendem Werk 'Die Entstehung der Arten' in Chicago. Sein Denken hat das 20. Jahrhundert ebenso beeinflusst wie sein Großvater, Thomas Huxley (1825-1895), die 'Bulldogge Darwins', das 19. Jahrhundert. Huxley: "Auch die Religion hat sich entwickelt. Letztendlich ermöglicht uns die evolutionäre Vision die Grundzüge der neuen Religion zu erkennen, die zweifellos entstehen wird". Er hat Recht behalten, was die Entstehung einer neuen weltumspannenden Religion, eben die des Evolutionismus, angeht, unter Schwächung oder gar Verdrängung aller anderen (mit Ausnahme des Islams).
Schuster behauptet, die Evolutionstheorie sei ebenso gesichert wie die Mechanik oder die Elektrodynamik, was sich aus Reagenzglasversuchen ergeben habe (S. 26). Wie die Ergebnisse solcher Versuche auch immer interpretiert werden: sie mittels Extrapolation als wissenschaftlichen Beweis für die Entstehung der Herstellungsinformation auch für den Menschen zu behaupten, ist nur im Horizont der neuen Religion möglich. Leben scheint eine höhere Dimension zu besitzen als strukturierte Materie. Das organisierte Materie Geist, Gefühle oder gar eine Seele entwickeln könnte, dafür gibt es bis heute nicht das geringste Indiz.
Wer aber von Selbstorganisation der Materie redet (S. 38), sollte auch aufzeigen können, wohin und wozu sich die Materie organisiert. Wieso landete die Evolution dann genau beim Menschen und nicht bei irgend einem Gebilde der unendlich vielen anderen Möglichkeiten, auch wenn diese Evolution durch gewisse 'Nadelöhre', wie bestimmte Temperaturen, verlaufen musste (S. 56)?
Es ist vor allem ein kardinaler Denkfehler, dass durch Kopierfehler (Zufallsmutationen) 'Höherentwicklung' stattfinden kann. Freilich kann nur so die Welt ohne einen Schöpfergeist erklärt werden nach der Devise, dass nicht sein kann, was nicht sein darf'.
Man stelle sich vor, ein längeres Programm einer automatisch ablaufenden komplexen Produktion würde ständig weitergereicht über Kopien und nach den jeweiligen Kopien würde jeweils neu produziert. Könnte man erwarten, dass durch kleine unvermeidbare Kopierfehler auch bei unendlich langen Zeiträumen so ein Effekt einträte, der eine Höherentwicklung verursachen und vom Markt herausselektiert würde, etwa vom Auto zum Flugzeug? Wer ernstlich meint, dies sei möglich, hat wohl ein medizinisches Problem.
Als 'Beweis' für die geistlose Evolution existiert u.a. ein Katalog von angeblichen Fehlentwicklungen, die ja einem denkenden Designer nicht unterlaufen wären. Schon vor vielen Jahren behauptete der russische Biologe Ilja Iljitsch Metschnikow, er könne mindestens 120 Teile des menschlichen Körpers nennen, die ein guter Ingenieur besser konstruiert hätte. Was hätte er unter dem Bolschewismus auch anders sagen dürfen? Auch Schuster schöpft aus diesem Arsenal (S. 51), wenn er wie schon andere vor ihm auf die 'Fehlentwicklung' des Auges oder die Überkreuzung von Luft- und Speiseröhre hinweist. Wer suchet, der findet! Die Frage ist nur, was gefunden werden soll.
Auszug aus meiner erweiterten Schrift 'Der große Paradigmenwechsel':
- Das Wunderwerk Auge ist geradezu die Achillesferse des Evolutionismus. Nach dem Motto, der Angriff ist die beste Verteidigung, wird versucht, es auf einen evolutiven Ladenhüter herunter zu stufen. Als Beweis für ein schlechtes Design wird auf den blinden Fleck und die inverse Lage der Photorezeptoren auf der dem Lichteinfall abgewandten Seite der Netzhaut verwiesen. Nun gibt es aber gewichtige Gründe für diese inverse Lage. Wenn von Nilsson & Pelger versucht wird, nachzuweisen, dass man mit 400 000 Schritten vom lichtempfindlichen Fleck, etwa bei Schnecken, zum Linsenauge gelangen kann, so wäre vorab zu klären, wodurch die Information für die Entstehung auch nur bei einem der 400 000 Schritte entsteht. Wenn, wie aufgezeigt, die zufällige Entstehung der Information nie nachgewiesen werden konnte und auch theoretisch nicht möglich ist (Nr. 19.), bleibt die Frage nach dem Trieb, das Unmögliche dennoch mittels Computeranimation aufzeigen zu wollen. Selbst wenn man diesen 400 000 virtuellen Schritten eine gewisse Realität beimisst, müsste sich in sicherlich eben so vielen Schritten gleichzeitig mit der Entstehung des Qrganes Auge auch die Vernetztheit mit den übrigen Bauteilen des Organismus durch Zufallsmutationen (Kopierfehlern) und Selektionen ergeben, etwa mit dem Gehirn, den Informationstransportwegen zum Gehirn, mit den Mechanismen, die die Ontogenese steuern, aber auch die Fähigkeit des Gehirns zur Interpretation der gelieferten Bilder (siehe oben). Die Behauptung der Neodarwinisten ist diesbezüglich schlicht absurd. Was das Auge angeht, dürfte wohl noch niemand diese angeblichen Mängel gespürt haben. In jungen Jahren konnte ich ohne Sehhilfe auf einem Maßstab innerhalb einer Stricheinteilung von einem Millimeter Unterschiede von 0,05 Millimeter erkennen. Der blinde Fleck war nie hinderlich
Der Evolutionismus ist als die bisher wohl größte Irrlehre von der immer schon gottlos gewesenen Welt über die Kirche gekommen. Wer die Ursache des Niederganges der Kirche in den letzten Jahrzehnten erkannt hat, traut dem gegenwärtigen Geschreibe von der Rückkehr der Religion nicht. Er sieht keine allgemeine Umkehr zur Wahrheit. Sichtbares Zeichen der Krise sind leere Priesterseminare und die massenweise Schließung von Kirchen. Allein im Ruhrbistum sind es z.Z. über hundert. Nur "an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen".
Die Theologen sollten erkennen, dass es sich bei der Evolutionslehre nicht um das Wissen einer anderen Fakultät handelt, sondern um einen neuen Glauben. Gott direkt oder indirekt als Schöpfer zu negieren, bedeutet, dem Glauben den Boden zu entziehen, so dass er den meisten und auch tatsächlich zu einer Farce wird. Wenn die Kirche nicht umdenkt, umkehrt dergestalt, Gott wieder als Schöpfer zu erkennen und anzuerkennen statt des neuen Baal, der 'großen 'Konstrukteure' (Konrad Lorenz), der Zufallsmutation und Selektion, geschieht mit Notwendigkeit genau das, wo vor Benedikt XVI am 02.10.2005 gewarnt hat. "Auch uns kann das Licht fortgenommen werden". Daher gilt mehr denn je: "Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind" (Paulus).
Oberregierungsrat a.D. Dipl. Ing. Wilhelm Overhoff
Auf dieser Webseite können Sie einen Eindruck gewinnen, was Evolutionskritik wirklich zu leisten vermag - fachlich und, indirekt, im Dienste der katholischen Religion, z.B. im Bereich der Evolution der Menschheit mehr oder hier . Das oben rezensierte Buch wird aufgrund seiner Autoren in katholischen Kreisen weitere Verbreitung finden und es ist tragisch, eine wie gute Gelegenheit ungenützt blieb, grundlegende evolutionskritische Konzepte und deren Bedeutung für den Glauben bekanntzumachen. Diese kamen auf dem Treffen des “Schülerkreis” nicht einmal zu Wort !.
|