CNR- Tagung Rom 23. 2. 2009

Die Veranstaltung vom November 2008 wurde auf Einladung des National Research Councils mit im wesentlichen denselben Rednern und Themen am 23. 2. 2009 wiederholt und fand diesmal ein Echo in der katholischen Presse Italiens, von dem wir einige Beispiele zeigen (siehe rechts).

Der Franzose Guy Berthault, ein ausgewiesener Sedimentologe, berichtete von seinen Forschungen gemeinsam mit Fachleuten in den USA und Russland, dass für angenommenen Abermillionenjahre langen Zeiträume für die Sedimentbildung experimentell wiederlegbar sind.

Der französische Neurologe Prof. Pierre Rabischong beschrieb das Konzept der Evolution in der Biologie und dessen Schwäche, die Entstehung hochkomplexer Strukturen wie unseres Gehirns zu erklären.

Dr. Jean de Pontcharra, ein Experte für radiometrische Datierungsmethoden, zeigte deren extreme Unsicherheit.

Der Pole Maciej Giertych, Professor für Populationsgenetik, zeigte in seinem Vortrag, dass es in seinem Fachgebiet zwar viele Belege für Variation innerhalb bestimmter Grenzen, aber grundsätzlich keine für die Neuentstehung von qualitatif neuer genetischer Information und neuen Organen gibt.

Wir stellen Ihnen hier die entsprechenden Artikel in der Nr.45 der Zeitschrift Radici Cristiane zur Verfügung (leider auf italienisch).

 

_____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Evolutionisten und Evolutionskritiker in Rom

Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften (PAW) gibt es seit über 400 Jahren und berät den Papst in naturwissenschaftlichen Fragen. Derzeit ist einziges Aufnahemkriterium ein großer fachlicher Ruf –viele Nichtkatholiken sind Mitglieder und alle Evolutionisten.

Vom 31. 10. bis 4. 11. 2008 veranstaltete die PAW ihre jährliche Plenarsitzung, diesmal über die Evolutionstheorie.

Programm, Sprecher und ihre Vortragszusammenfassungen waren schon lange vorher online .

In der Einführung heisst es ausdrücklich: „Der Vorstand der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften lädt die Akademiker dazu ein, in der bevorstehenden Plenarsitzung wissenschaftliche Beiträge vorzustellen, durch die Evolutionstheorien verifiziert oder falsifiziert werden können und die einen tieferen Einblick in den Evolutionsprozess der lebendigen und der leblosen Welt vermitteln können.

Beginn im Hörsaal der „Patologia Generale A“ der La Sapienza- Universität in Rom.
Prof. Giertych widerlegt als Populationsgene- tiker in seinem Vortrag zentrale Argumente der Evolutionstheorie

Prof. Maciej Giertych, ein sehr renommierter (230 Fachpublikationen) amerikanisch- polnischer Wissenschaftler und zugleich jahrelanger Berater von Primas Kardinal Glemp. Sein Bruder ist Päpstlicher Haustheologe. Er durfte als einziger als Teilnehmer auch als Zuhörer ohne Rederecht an den Vorträgen der Päpstlichen Akademie teilnehmen.
Prof. Giertych war 2004 - 2009 Abgeordneter des Europäischen Parla- mentes und organisierte dort 2006 eine Anhörung prominenter Fachleute, dass in Schulen die Evolutionstheorie nicht als absolut unumstößliches Faktum gelehrt werden sollte. Damit entfesselte er eine unvorstellbare Medienkampagne gegen sich und einen Gegenbeschluss des Europarates im Jahre 2007
mehr.

Hugh Owen, Vorsitzender des Kolbe- Centers for the Study of Creation, Vater von 9 Kindern, mit Bischof Lawrence Pius Dorairaj der Erzdiözese Madras- Mylapore in Südindien

Erzbischof Dorairaj stellt eine Frage

In der Tat häufen sich besonders mit der modernen Genetik immer mehr die Belege, dass Evolutionstheorien nur Variation bestehender Lebensformen, aber nicht die „Neukonstruktion“ ganzer Organe, z.B. Flügel für eine Maus oder Federn für ein Reptil.

Seit Ankündigung der Tagung versuchten mehrere evolutionskritische Organisationen darunter das US-amerikanische  Kolbe center durch Briefe an den Akademiepräsidenten Prof. Nicola Cabibbo, einige oder zumindest einen evolutionskritischen Vortrag zuzulassen. Diese Bemühungen waren erfolglos – trotz Unterstützung durch den griechisch-katholischen Weihbischof Roman Danylak (77), Bischof Robert Vasa (57) von Baker im US-Bundesstaat Oregon und Mons. Desmond Moore (82), ehemaliger Bischof von Alotau-Sideia, Papua New Guinea. Ein dahingehend kontaktierter evolutionskritischer Weihbischof aus dem deutschen Sprachraum bezeichnete die extrem einseitige Vortragsauswahl zwar in seiner Antwort als skandalös, intervenierte aber nicht, wie gebeten, durch ein entsprechendes Schreiben beim Akademiepräsidenten oder sandte zumindest ein Grusswort; offenbar ist dies für ihn “politisch” zu gefährlich, da bei Bekanntwerden die Massenmedien über ihn herfallen würden, wie sie im September 2008 in England über einen (evolutionistischen !) Hochschullehrer wegen eines zweideutigen Vortragstitels (aber eindeutig evolutionistischen Vortrages) taten mehr , vielleicht weil er das “Pech” hatte, “nebenberuflich” ordinierter Geistlicher der Kirche von England zu sein. Ein, auch zu Unrecht, ruinierter öffentliche Ruf würde seine Wirkmöglichkeiten stark einschränken.

So wurde dann am 3. 11. eine evolutionskritische „Parallelveranstaltung“ in Rom in einem Hörsaal der La Sapienza- Universität organisiert.

Alle Vortragenden waren renommierte Fachleute und die Organisatoren legten größten Wert darauf, dass es sich um eine rein wissenschaftliche Tagung handelte, in der jeder Bezug auf Religion zu unterbleiben hatte.

Der Franzose Guy Berthault, ein ausgewiesener Sedimentologe, berichtete von seinen Forschungen gemeinsam mit Fachleuten in den USA und Russland, dass für angenommenen Abermillionenjahre langen Zeiträume für die Sedimentbildung experimentell wiederlegbar sind.

Der Geophysiker Dr. Joseph Holzschuh aus Australien referierte, weswegen der 2. Hauptsatz der Thermodynamik die Von- selbst-Entstehung von Leben verhindert.

Der französische Neurologe Prof. Pierre Rabischong beschrieb das Konzept der Evolution in der Biologie und dessen Schwäche, die Entstehung hochkomplexer Strukturen wie unseres Gehirns zu erklären.

Dr. Jean de Pontcharra, ein Experte für radiometrische Datierungsmethoden, zeigte deren extreme Unsicherheit.

Der Pole Maciej Giertych, Professor für Populationsgenetik, zeigte in seinem Vortrag, dass es in seinem Fachgebiet zwar viele Belege für Variation innerhalb bestimmter Grenzen, aber grundsätzlich keine für die Neuentstehung von qualitatif neuer genetischer Information und neuen Organen gibt.

Zwei indische Bischöfe waren eigens für die Tagung angereist: Weihbischof Lawrence Pius Dorairaj (54) von Madras and Mylapore und Bischof Thomas Dabre (63) von Vasai.

Die 26 Vorträge der PAW-Tagung vor 47 ihrer Mitglieder –davon 3 Kardinäle und 4 Frauen – behandelten dagegen entweder für das Thema irrelevante Beiträge, oder die Variation innerhalb bestehender geschaffener Arten („Grundtypen“) beschrieben ... und manchmal, auch nur durch Auslassung wichtiger Fakten, schlicht falsch waren:

Der evangelische US-Genetiker Francis S. Collins (58) behauptete, der heutige moderne Mensch sei aus einer Grundpopulation von 10 000 Individuen vor 100 000 Jahren in Ostafrika entstanden. Sehr sichere Schätzungen ergeben eine Weltbevölkerung von 5- 10 Millionen am Ende der Altsteinzeit vor angenommenen 10 000 Jahren. Anbetracht der bekannten Fruchtbarkeit des Menschen –gemessen an heute noch unter Steinzeitbedingungen lebenden Völkern- würde aber eine Ausgangspopulation von nur 100 Menschen diese Zahl innerhalb 500 Jahren erreichen mehr.

Der französische Neurowissenschaftler Stanislas Dehaene (43) beschrieb mit dem italo-amerikanischen Populationsgenetiker Luigi L. Cavalli-Sforza (86) die Entwicklung der Sprachfähigkeit beim heranwachsenden Menschen und deren immense kulturelle Bedeutung. Beide sagten aber nicht, dass linguistisch eine Ursprache der Menschheit völlig ungeklärt ist und obendrein alle bekannten 6000- 8000 Sprachen im Bereich der Formenlehre mit der Zeit ständig an Komplexität verlieren, was vermehrtes Vokabular und Hilfsworte unvollständig ausgleichen mehr.

Der Schweizer Chemiker Albert Eschenmoser (83) gab immerhin zu, der Ursprung der ersten lebenden Zelle durch chemische Reaktionen „von selbst“ sei bis heute völlig ungeklärt, schilderte dann aber so viele –nur winzige Aspekte erfassende – Forschungsansätze, dass der gegenteilige Eindruck „hängenblieb“.

Für den französischen Theologen und Philosoph Pater Jean-Michel Maldamé OP (69) weigern sich Evolutionskritiker, die konstruktive Rolle des Zufalls in der Evolution anzuerkenen.

Der Vortrag des deutschen Pflanzenwissenschaftlers Ingo Potrykus (74)  “Pflanzenzucht als ein Beispiel von gerichteter Evolution” wurde durch Prof. Giertych auf der Parallelveranstaltung -ohne ausdrücklichen Bezug auf die Person Potrykus’- in den Bereich der mikroevolutionären Variation gestellt, und dessen Unterstellung, Evolutionskritiker wären wegen deren angeblicher Leugnung eine Gefahr für die Ernährung der Menschheit ist damit nur noch eine Verleumdung.

Richtig zur Sache ging dann die US-Biochemikerin Maxine F. Singer  mit den Feindbildern „Keationismus“ und „Intillegent Design“. Beide seien Zerstörer der Wissenschaft und die laut ihr nur wenigen Beispiele „angeblicher“ irreduzibler Komplexität längst wissenschaftlich erklärt. Nur trafen ihre Beispiele etwa der Darwin- Finken diese gar nicht.

Ein Trostpreis: Das atheistisch- evolutionistische Topjournal ‘Science’ war mit dem Tagungsergebnis auch nicht zufrieden: Dank Intervention des Erzbischofs von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, gab die ‘Päpstliche Akademie der Wissenschaften’ kein klares Bekenntnis zur Evolution ab. ‘Science’ unterstellte ihm und Papst Benedikt XVI., die Evolutionstheorie zu bekämpfen. (Science 322, S.1038 vom 14. 11. 2008).
Welches Niveau die offiziös katholischen Akademiemitglieder teilweise haben, läßt sich vielleicht gut an dem Buch “Das Säugetier von Gottes Gnaden” des deutschen Professors und PAW-Mitglied Ulrich Lüke zeigen, eines großen Bewunderers des Paläontologen Pater Teilhard de Chardin SJ (dessen Schriften zu seinen Lebzeiten aufgrund Einschreitens der Ordensleitung nicht veröffentlicht werden konnten, da sie begründet bezweifeln lassen, ob der Autor noch Katholik, ja selbst noch Christi ist) , das hier rezensiert ist. Und die Aufnahme des seit 2006 amtierenden neuen Leiter der Vatikanischen Sternwarte Pater Josè Funés S.J. lässt, zumindest nach seinen bisherigen Äußerungen hier nur noch Trauer über den Zustand unserer Mutter Kirche aufkommen.
Noch weit schlimmer sieht es bei den nichtchristlichen Mitgliedern der PAW aus wie Prof. Wolf Singer mehr
 

Unten: Werbung für eine evolutionskritische Vortragsveranstaltung des Leiters des Kolbe-Centers.
Rechts unten noch als “Empfehlung” das Programm der Tagung in Rom.

Blick in das aufmerksame Publikum. Eine mehrsprachige Übersetzung war organisiert.

Der Papst begrüßt den gelähmten, hochbegabten, aber evolutionistischen Physiker Stephen Hawking, der Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften ist.

Der Neurologe Prof. em. Dr. med. Pierre Rabischong, bis vor kurzem Dekan der medizinischen Fakultät von Montpellier und einer der Redner mit Bischof Thomas Dabre der Diözese Vasai nahe Bombay in Indien

Das feierliche Abendessen am Konferenztag