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Overhoff Welt ohne Gott recto A 3

Nach kurzer, schwerer Krankheit hat uns der Buchautor und aktive Katholik Wilhelm Overhoff (* 23. 12. 1933) am 3. 6. 2008 verlassen. Aufgewachsen und fast sein ganzes Leben verbrachte der ehemalige Schatzmeister des Kardinal-von-Galen-Kreises in der Diözese Münster in seiner Heimatstadt Dülmen, ganz nahe der Seligen Anna Katharina Emmerick, die er sehr verehrte.

Nach dem Studium zum Diplomingenieur in Hamburg, Tätigkeiten in der Privatwirtschaft, und schließlich Überwechseln zum Öffentlichen Dienst war er zuletzt als Dezernent beim Ministerium des Inneren in Brandenburg im Rahmen des Ost-West Austausches. Der Oberregierungsrat verfasste während seiner Laufbahn etwa 20 Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, und widmete sich nach seiner Pensionierung weiter dem Schreiben, diesmal im Dienste der katholischen Religion: 3 Bücher entsprangen seinem Computer, von denen sie das neuste bei uns gegen eine Schutz- und Portogebühr von 9.- Euro beziehen können:

“Welt ohne Gott? Der große Paradigmenwechsel - Schöpfungslehre - Evolutionslehre“, MGS Verlag, 2006. Mit einem Vorwort von Weihbischof Max Ziegelbauer"

Zwei Zerstörungen musste Herr Overhoff miterleben: Die äußere von Dülmen, das bis dahin weitgehend intakt war und nur wenige Wochen vor der amerikanischen Besetzung noch zu über 90% zerstört wurde. Und die innere Zerstörung des Glaubens, hier, im katholischen Kernland, wo ein Bischof von Galen den Nationalsozialisten offen Widerstand leisten konnte weil die Bevölkerung hinter ihm stand – 85% Messbesuch in der Hitlerzeit!

In seiner Jugend zeigte man mit dem Finger auf die Nichtkirchgänger – was er selber immer als gegen die Nächstenliebe empfand – am Ende seines Lebens war es (fast) umgekehrt.

Sein Buch beschreibt, reflektiert und versucht eine Ursache für diese Erfahrung zu finden. An einer Stelle formuliert er so: “Damals (nach dem Krieg die SG) gab es nur ein Fernsehprogramm. Beliebt waren nicht zuletzt die naturkundlichen Sendungen an Sonntagnachmittagen. Weil alles so neu war, saß die Nation zu dieser Zeit vor dem Fernsehgerät. Hier wurden immer wieder die genialen Leistungen des Schöpfers herausgestellt, bis es dann zu einem verhängnisvollen Paradigmenwechsel kam durch die einseitige und ausschließliche Verbreitung der Philosophie des Evolutionismus durch den gottlosen Prof. Haber. Der bisher geglaubte Schöpfergott wurde nun lupenrein verschwiegen, alles mechanisch durch Zufallsmutation und Selektion gedeutet und erklärt. Nach Abschluss dieser langen Sendereihe wussten alle Bescheid. Nicht von Gott, aus dem Urschlamm (Ursuppe) war der Mensch hervorgekrochen. Es begann die Zeit des anderen Denkens, auch in der Kirche. Nicht mehr Thomas, sondern Darwin, Heidegger und vor allem der Atheistenpapst Sigmund Freud bekamen in theologischen Fakultäten und Priesterseminaren den Status von Kirchenlehrern, weil man sie im Besitz unwiderlegbarer naturwissenschaftlicher Wahrheiten glaubte. Karl Rahner vollzog die hoministische Wende. Kirchliche Büchereien (ich selbst habe zeitweise eine geleitet) wurden vom vermeintlich alten Gedankengut entstaubt und durch Werke vorwiegend psychoanalytischen Inhaltes ersetzt. Vom selben Geist war auch die seinerseits noch sehr bedeutende kirchliche Bildungsarbeit durchdrungen. Heute zählen die damals geprägten Jugendlichen schon zur Generation der Großeltern.“